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CDU fordert Rücktritt von Kahle

Reaktionen nach Windkraft-Aus für "Lichten Küppel" CDU fordert Rücktritt von Kahle

Die CDU Marburg fordert den Rücktritt von Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Als verantwortlicher Dezernent und Aufsichtsratsvorsitzender der Marburger Stadtwerke sei Kahle in besonderer Weise dafür verantwortlich, dass viel Geld für Planungen und Messungen verschwendet worden sei, um durchzusetzen, dass gegen erheblichen Widerstand der vor Ort betroffenen Bevölkerung Windkraftanlagen am Lichten Küppel errichtet werden sollten.

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Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Durch die veranlassten Rodungen wurde die Natur am Lichten Küppel teilweise erheblich beeinträchtigt, so die CDU weiter. Nachdem Gutachter zwei Rotmilan-Nester in dem Waldgebiet entdeckt haben, erklärte Kahle am Freitag das Aus für das geplante Projekt (die OP berichtete).

Kahle hatte am Freitagnachmittag mitgeteilt, dass Gutachter zwei Rotmilannester im Waldgebiet gefunden haben. Die Greifvögel stehen unter besonderem Schutz.

Auch BfM üben Kritik

Die „Bürger für Marburg“ sprechen ebenfalls von verschleudertem Steuergeld. „Der Rückzug des Bürgermeisters aus dem Projekt hinterlässt einen faden Geschmack und sehr viel Fragen. Überraschend ist trotz ornithologischem Gutachten das plötzliche Auftauchen von zwei Rotmilannestern. Da Rotmilane gerne Althorste beziehen, hätten die Nester vorher auffallen müssen“, erklärt BfM-Stadtverordnete Andrea Suntheim-Pichler. So erschienen die Milane nur als vorgeschobener Grund, um die Planung von Windenergie auf dem Gebiet abzublasen, meint sie. Und das obwohl Kahle ein Befürworter der Bürgerbefragung sei. „Eventuell befürchtet er, dass die Bürgerbefragung doch nicht das gewünschte Ergebnis bringt und somit Windenergie in Marburg eine generelle Absage erteilt wird – auch für die Gebiete Görzhäuser Hof und Marburg Nord.“

Nach Informationen der OP wird heute der Magistrat über das weitere Verfahren beraten. Unter den neuen Voraussetzungen werden die Marburger Kommunalpolitiker gegebenenfalls anders planen und neue Beschlüsse fassen müssen.
Kahle hatte am Freitag erklärt: „Die Universitätsstadt Marburg und die Stadtwerke Marburg werden natürlich auch weiterhin den Ausbau der Windkraft im Stadtgebiet Marburg fordern und fördern.“

Die OP konnte Kahle gestern bis Redaktionsschluss nicht erreichen. Die Mitteilung des Bürgermeisters sorgte für viele Reaktionen. Erste Meinungen von Bürgern lesen Sie weiter unten.

Hier gehts zur Umfrage zum Thema "Lichter Küppel".

Feedback

Schaden für Energiewende
„Der Rotmilan hat jetzt entschieden, was zum Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit quasi schon Fakt gewesen zu sein schien. Triumphieren kann nun niemand. Die Idee  „Energiewende“ hat hier einen immensen Schaden genommen, weil die Kommune und ihre Beteiligungsgesellschaften es nicht verstanden haben, den Bürgern mit Transparenz und Demokratie den Vorteil von Windkraftanlagen in ihrer Gemarkung zu vermitteln.
Willkürliche Standortfestlegungen, Fakten zu schaffen und über die Köpfe der Bürger hinweg auf das trendy Schlagwort von der Energiewende zu vertrauen, den kritischen Bürger in die Querulantenecke zu verweisen, dieses war schlicht eine Fehlspekulation.
Schade, dass sich jetzt der Prozess der Aufklärung in Bezug auf fragwürdige unveröffentlichte Gutachten und Interessenkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit und Wunschprognosen erledigt hat. Der hier erworbene Erkenntnisgewinn führt hoffentlich dazu, keine weiteren nachhaltigen Todsünden an den Bürgern vorbei zu begehen, was z. B. den Erhalt des Baumbestandes im Bereich Psychiatriegelände Cappeler Straße betrifft. Diese „grüne Lunge“ – ein Schutzwall gegen CO2 und Feinstaub durch die Kreuzung mit dem stärksten Verkehrsaufkommen Marburgs – nicht kurzfristigen Interessen zu opfern, werden uns die nächsten Generationen danken. “
Christel Gabrian-Zimmermann

Machtwort gesprochen
„Roter Milan stoppt Windkraft, dass ich nicht lache. Vielmehr glaube ich, dass endlich mal jemand ein Machtwort gesprochen hat und dem Irrsinn ein Ende bereitet hat. Sei es drum: Waren es doch die Milane, ist das mein neuer Lieblingsvogel .
Frank Achenbach
(beide per E-Mail)

AKW statt Windkraft
„Hoffentlich bauen sie jetzt ein AKW auf die alte Deponie, dann freuten sich alle bekloppten Pseudo-„not in my back­yard“-Umweltschützer. Wer Strom will, muss damit leben, dass er auch irgendwo produziert werden muss.“
David Schallopp  

Gigantische Strommengen
„Anstatt hinter jedem Kilowattchen Strom auf unseren Hügelchen hinterher zu rennen, sollte man sich lieber Gedanken darum machen, wie man die gigantischen Strommengen für die Industrie umweltfreundlich erzeugen will. Denn nur das ist nachhaltige Energiewende.“
Hansheinrich Hamel

Vorsorglich gerodet
„Total gut, dass man da einfach schon mal vorsorglich gerodet hat!“

 Sebastian Wenner

Strom vom Vogel
„Naja, vielleicht versorgt uns ja der Vogel demnächst mit Strom.“

 Frank Petruck

Interessanter Zeitpunkt
„Interessanter Zeitpunkt im OB-Wahlkampf, an dem „die Gutachter“ (welche Gutachter? im März war noch keine Spur von Rotmilanen) zwei Rotmilannester entdeckt haben wollen. Nachtigall, ick hör dir trapsen...“
Andrea Ulrich
(alle via Facebook)
In dieser Rubrik sammeln wir Leser-Reaktionen, Kommentare unserer Nutzer im Internet sowie Beiträge und Fundstücke unserer Freunde in den sozialen Netzwerken. Auch per E-Mail an feedback@op-marburg.de können Sie uns erreichen.

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