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CDU: Damit war zu rechnen

Stadthallen-Kosten CDU: Damit war zu rechnen

Viele der Reaktionen auf unsere Berichterstattung über die Kosten für den Stadthallenbau ziehen einen Zusammenhang zwischen den Baukosten und denen für Kinderbetreuung.

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Das Erwin-Piscator-Haus in Marburg.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Der Marburger CDU-Parteichef Dirk Bamberger sieht sich durch die OP-Berichterstattung über die Entwicklung der Baukosten bestätigt. „Mir kann keiner erzählen, dass damit nicht von Anfang an zu rechnen gewesen ist“, sagt Bamberger in einem Facebook-Eintrag. Das „intransparente Versteckspiel im Haushalt“ habe dann wohl doch nicht funktioniert, sagt Bamberger.

„Es ist so gekommen, wie wir es vom ersten Tag an vorausgesagt haben. Diese Stadthalle hinterlässt ein Millionenloch im Haushalt und ist dabei noch nicht einmal als besonders gelungen anzusehen - unabhängig von den fehlenden Parkplätzen.“ Für ihn gelte nach wie vor, dass er die Prioritäten in der Stadtpolitik definitiv anders gesetzt hätte. „Ordentliche Schulen sowie eine bezahlbare und gute Kinderbetreuung hätte ich einer Salon-Soziokultur in jedem Falle vorgezogen“, sagt der CDU-Chef. „Die Konsequenzen aus dieser haushaltspolitischen Fehlleistung von SPD und Grünen erleben wir nun in der Debatte um die Erhöhung der Kindergartengebühren.“

"Für alles ist Geld da"

Auch der CDU-Stadtverordnete Walter Jugel sieht einen Zusammenhang zwischen Stadthallenkosten und Betreuungsgebühren: „Es wurde ja vorgegaukelt, man könne sich das alles leisten … und jetzt müssen in Marburg Eltern mit höheren Betreuungskosten für ihre Kinder leben? Es besteht natürlich kein direkter Zusammenhang? Weil man alles nicht vorhersehen konnte?“

Ins selbe Horn stößt Mareike Müller: „Für alles ist Geld da. Auch wenns mehr kostet! Und bei anderen Dingen fehlt es dann, vor allem immer da, wo es wirklich (sinnvoll) gebraucht wird. Dann kommen aber natürlich die Erhöhungen bei Müll, Kinderbetreuung etc.“, schreibt sie auf der Facebook-Seite der OP.

Regina Neumann meldete sich per Mail bei der OP. Sie hat ein „gewisses Verständnis“ dafür, dass der Umbau der Stadthalle teurer als ursprünglich geplant geworden ist. „Ich frage mich nur, warum man z. B. erhöhte Anforderungen an Brandschutz oder die Gastronomie etc. nicht von Anfang an berücksichtigt hat“, ergänzt Neumann. Wofür ihr allerdings jedes Verständnis fehlt, seien die 3,5 Millionen Euro für die Vorfläche: „Alberne Wasserspiele (auf einem Versammlungsplatz!), spillerige Bäume mit angegliedertem Hundeklo hätte man sich wirklich sparen können.“

Schon beim Beschluss hätten die Stadtverordneten gewusst, dass es Sanierungsbedarf an Schulen gibt, oder man hätte die Kitagebühren senken/streichen können - „diese Überlegungen wurden offenbar nicht angestellt“, kritisiert Neumann. Dragos Stoica thematisiert auf der Facebook-Seite der OP einen anderen Aspekt: „Für eine Tiefgarage hat es nicht mehr gereicht, weil es in Marburg sooooo viele Parkplätze gibt!!!“ Der Stadtverordnete Dr. Hermann Uchtmann (FDP/MBL), dessen Große Anfrage die aktuellen Zahlen ans Licht gebracht hatte, kündigte gegenüber der OP an, die Kostensteigerung in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im November erneut zu thematisieren.

von Till Conrad

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