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CDU: Altenhilfe wird Millionengrab

Marburger Altenhilfe CDU: Altenhilfe wird Millionengrab

Mit den Stimmen aus Reihen der Koalition hat der Sozialausschuss dem Stadtparlament die Annahme von Oberbürgermeister Egon Vaupels Konzepts für die Marburger Altenhilfe empfohlen.

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Die Altenhilfe-Einrichtung St. Jakob am Richtsberg soll umgebaut werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Fraktionen von CDU und Linken stimmten hingegen mit Nein. Die Kritik richtete sich dabei vor allem gegen die unsichere Finanzierung des Großprojekts. „Wir können erst über das Konzept entscheiden, wenn wir konkrete Zahlen vorliegen haben“, sagte CDU-Stadtverordneter Winfried Kissel.

Nur auf diese Weise könne solide Finanzpolitik betrieben werden. Kissel befürchtet, die Altenhilfe könne „das nächste Millionengrab in Marburg“ werden. Er warf der SPD vor, vor den Grünen „eingeknickt“ zu sein und nun „voll auf deren Schiene eingeschlagen“ zu haben. Werde der Beschluss, so wie es zu befürchten sei, in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, „werden künftige Generationen noch darunter leiden“, so Kissel.

Vaupel hielt den Ausführungen des CDU-Mannes entgegen, dass allein die Ermittlung der Umsetzungskosten durch einen Architekten mindestens 300 000 Euro kosten werde. „Derartige Auftragssummen unterschreibe ich nicht, wenn ich nicht die Sicherheit der parlamentarischen Mehrheit habe.“

Das vorgelegte Konzept sei zudem notwendig, um dem Architekten eine Grundlage für seine Berechnungen zu geben. Konkrete Zahlen über die letztendliche Bausumme und eine Entwurfsplanung werde dem Parlament im Herbst vorgelegt.

Vaupel: Ich möchte die Modernisierung der Altenhilfe noch abschließen

Denn eines sei sicher, so Vaupel: „Ich habe nur noch bis Ende November Zeit und ich möchte die Modernisierung der Altenhilfe noch als Oberbürgermeister abschließen."Das Umbaukonzept für die Altenhilfe sieht vor, die Anzahl der stationären Plätze in der Sudetenstraße 24 von bisher 80 auf 48 zu reduzieren. Stattdessen sollen jedoch aus dem Bestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wohnungen für die halbstationäre sowie die ambulante Pflege geschaffen werden.

Der nach und nach erfolgende Abbau von Wohneinheiten im Altenheim sowie der gleichzeitige Aufbau von Quartierwohnungen seien „zwei miteinander kommunizierende Röhren“ für ein gutes Gelingen des Übergangs, sagte Vaupel. Der zukünftige Wille alter Menschen sei zwar schwer vorauszusehen, aus vielen Befragungen ergäbe sich aber, dass eine große Anzahl von Senioren am liebsten zuhause gepflegt werden möchte, so Vaupel. Auch die Refinanzierung von Investitionen sei eine Grundlage, die für ein solches Konzept unausweichlich sei.

„Die Aufgabe der Partner ist es, das ganze wirtschaftlich zum Laufen zu bringen – und es geht wirtschaftlich“, meinte Vaupel. Dennoch könne man deshalb „nicht einfach einen Riesenkomplex dort hinsetzen.“ Aufgabe der Kommunalpolitik sei es schließlich, „zukunftsweisend und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet zu entscheiden.“Kritik gab es aus Oppositionsreihen auch an Zeitverträgen bei den Altenhilfe-Mitarbeitern. Tanja Bauder-Wöhr (Linke) verwies auf die „ganz hohe Belastung“ von Menschen, die in der Pflege tätig sind. Dies sei „zu bedauern“, sagte Vaupel, „jedoch in diesem Bereich nicht ganz ungewöhnlich.“ Ohne Zweifel habe es „in der letzten Zeit eine erhöhte Anzahl von Zeitverträgen bei der Altenhilfe gegeben“, dies sei aber unter anderem „durch die Ungewissheit, wie es weiter geht, bedingt gewesen.“

von Peter Gassner

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