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Bus in Marburg: Senioren sammeln Fahrplan-Mängel

Fahrplan 2015 steht Bus in Marburg: Senioren sammeln Fahrplan-Mängel

Hier lesen Sie die Neuerungen im Bus-Fahrplan, der ab Mitte Dezember gilt. Marburgs Seniorenberait kritisiert indes die maue Anbindung der Außenstadtteile und die Ende 2013 verkürzte Waldtal-Route.

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Der Fahrplan für die Marburger Busse wird sich beim Fahrplanwechsel ab Mitte Dezember ändern. Große Neuerungen bleiben wohl aus. Freude herrscht vor allem in Moischt, wo die Verbindung zum Südbahnhof durch die Linie 12 gestärkt wird. Foto: Björn Wisker

Marburg. Die Mitglieder des Gremiums werden eine Liste über alle Probleme mit den Busverbindungen erstellen und auswerten. Nach der Beratung Anfang 2015 sollen Stadtwerke sowie Magistrat mit den Ergebnissen konfrontiert werden. Das beschloss der Seniorenbeirat während der Sitzung am Mittwoch. „Das Thema Busfahren betrifft viele Marburger. Wir brauchen für Lösungen einen Überblick über die Gesamtzahl der Probleme“, sagt Otto Geßner, Gremiums-Vorsitzender.

Unterschriftenliste an Magistrat übergeben

Ausgangspunkt für den Beschluss ist die Kritik von Anwohnern aus dem Waldtal, die seit einem Jahr für die Stadtteil-Rückkehr der eingedampften Linie 3 kämpfen. „Es ist verrückt, von sozialer Stadt und altersgerechter Entwicklung zu sprechen, aber die Leute von der Innenstadt abzuschneiden“, sagt Inge Stein vom Arbeitskreis Soziale Brennpunkte (AKSB). Vor einigen Monaten überreichte sie mit Anwohnern, den Gründern einer Bürgerinitiative, eine rund 300 Unterzeichner zählende Unterschriftenliste an den Magistrat.

Die Kritik: Durch den Wegfall der Sankt-Martin-Straße als Haltestelle der Linie 3, seien mehrere Hundert regelmäßige Busfahrgäste ausgebootet worden. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) äußerte sich daraufhin zu der Forderung, etwa eine Busline eine Schleife durch das Waldtal fahren zu lassen: Die Routen, jede zusätzliche Fahrstrecke - die Kommune muss für jeden Kilometer, den die Stadtwerke-Busse fahren, Geld bezahlen - seien nicht zu finanzieren. Schon jetzt zahle die Universitätsstadt jährlich rund 3,6 Millionen Euro mehr, als der öffentlichen Personennahverkehr einbringe.

„Aber Umverteilung kann nicht die Lösung sein, weil immer irgendjemand etwas weggenommen bekommt, wovon dann andere profitieren. Da wird man erpresst, es werden Leute gegeneinander ausgespielt“, sagt Inge Stein. Dass die Lahnberge auch aufgrund der steigenden Studentenzahlen eine bessere Anbindung benötigen, sei nachvollziehbar. „Aber doch nicht ausgerechnet auf Kosten derer - Senioren, Arme, Leute ohne Führerschein - die auf Busse mehr angewiesen als andere“, sagt sie.

Laut einer Vorlage, die der OP vorliegt, gibt es zum Fahrplanwechsel ab Mitte Dezember 2014 Neuerungen: Neben einer Stärkung der Verbindung zu den Lahnbergen, soll das Land-grafenschloss per Bus besser zu erreichen sein.

Halt an Gutenbergstraßekünftig vor alter Synagoge

Die Linie 10 (Schlossbus) soll täglich von 9 bis 18 Uhr im 60- Minuten-Takt zur Touristenattraktion fahren. Zudem wird künftig zwischen Schröck und Moischt bis zum Südbahnhof abends und an Wochenenden der Linienbus 12 anstatt des Anruf-Sammel-Taxis (AST) fahren. Die Verbindung soll als Pilotprojekt starten, zeitlich befristet. In Schröck werden wohl Bürgerhaus, Reutergasse und Balzer, in Moischt Hirtengarten, Bürgerhaus und Hahnerheide angefahren. Die weiteren Stopps in Cappel: Moischter Straße, Sohlgraben, Am Teich, Sommerstraße, Schubertstraße, Stadtbüro, Südbahnhof. Freude beim Ortsbeirat Moischt: „Das ist positiv, Unannehmlichkeiten fallen weg“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Linien-Reform geht vor allem auf die Initiative der Stadtverordneten Johanna Seelig (SPD) zurück, die für eine bessere Anbindung der Außenstadtteile kämpft und zuletzt die Routenlücke zwischen den Stadtteilen anprangerte.

Weitere Kernpunkte und die Farhtakte laut Bus-Fahrplan-wechsel 2015:

  • Lahnberge-Linien in die Innenstadt sind miteinander vertaktet und verdichtet.
  • Das einheitliche Taktraster auf der innerstädtischen Hauptachse zwischen Hauptund Südbahnhof hat sich bewährt und soll beibehalten werden. Die Linien 1, 2, 4 und 7 fahren demnach von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 19 Uhr auf der Fahrstrecke Hauptbahnhof-Südbahnhof und zurück alle sieben bis acht Minuten
  • Die Linie 17 erhält im Allnatal einen einheitlichen Fahrweg von der Innenstadt über Stadtwald - Cyriaxweimar - Haddamshausen - Hermershausen - Neuhöfe - Stadtwald zurück in die Innenstadt.
  • Die Haltestelle „Gutenbergstraße“ der Linie 3 wird in die Universitätsstraße vor die alte Synagoge verlegt, um das Problem der dauerhaft zugeparkten Haltestelle in der unteren Gutenbergstraße zu lösen.
  • Linien 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 8 fahren von Montag bis Freitag von Betriebsbeginn bis 21 Uhr im 30-Minuten-Takt, die Ringlinie 7 zu den Lahnbergen fährt ebenso alle 15 Minuten wie Linie 9. Ab 21 Uhr fahren die Linien alle 60 Minuten.
  • Linie 10 zwischen Hauptbanhof und Schloß fährt alle 60 Minuten, samstag nicht, sonntags alle 60 Minuten
  • Linien 11, 12, 13, 16, 17, 20, 383 und MR80 fahren alle 60 Minuten (samstag fahren Linien 11,12,13,16 alle 120 Minuten).
  • Linie 14 (Michelbach / Görzhäuser Hof) fährt von Montag bis Freitag alle 30 Minuten, samstags alle 120 Minuten.

von Björn Wisker

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