Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Bus-Boom: Firma dehnt Routen aus

Reiseverkehr Bus-Boom: Firma dehnt Routen aus

Strecken-Startschuss in Studentenstädte: Ab heute rollen Fernbusse von Marburg nach Dortmund und Münster. Somit erweitert DeinBus.de sein Reise-Angebot, das Mitte Juli mit Verbindungen nach Köln und Aachen begann.

Voriger Artikel
Georg Büchner: Revoluzzer oder Romancier?
Nächster Artikel
Landwirte polieren am Image des Ackerlands

Abfahrt Krummbogen: Ewgeni Schwab (29) steuert zwischen Montag und Donnerstag den Bus mit etwa 50 Reisegäste von Marburg nach Nordrhein-Westfalen. Und aus Köln, Aachen und Co. strömen wiederum Gäste in die Universitätsstadt. Foto: Björn Wisker

Marburg. Die Fernbus-firma befeuert Marburgs Mobilitäts-Offensive. Vorbei an Gießen und Siegen führt das neue Streckennetz nun über die Millionenmetropole Köln und das geschichts-trächtige Aachen hinaus. „Die Strecken von und nach Marburg laufen bislang bombastisch“, sagt Jessica Masik (23), Unternehmenssprecherin. Seit dem Start Mitte Juli gibt es einen Bus-Boom. Die Folge: Expansion in den Norden Nordrhein-Westfalens. Denn dorthin kommen die Mittelhessen Firmengründer Christian Janisch zufolge, schlecht. „Die Stadt verdient mehr. Wir steigern die Dynamik der gesamten Region“, sagt er.

Das Unternehmen tritt in Marburg mit Kampfpreisen an. Die Tickets zwischen Krummbogen und den nun sechs angefahrenen Städten werden für neun bis 25 Euro pro Fahrt angeboten.

Zum Vergleich: Mit der Bahn kostet die Einzelfahrt nach Dortmund im Normalpreis zweiter Klasse zwischen 78 und 96 Euro, mit Spartickets zwischen 29 und 59 Euro. Nach Münster kostet die schnellste Verbindung 66 Euro, die regelmäßigste bis 109 Euro. Das geht aus dem Online-Buchungssystem des Unternehmens auf www.bahn.de hervor. Umsteigen müssen Zugreisende demnach bis zu vier Mal. Die Fernbus-Reisen starten montags bis donnerstags jeweils um 8 Uhr und 16 Uhr am Krummbogen.

Die Reisedauer in die nordrhein-westfälischen Städte mit dem Auto beträgt laut Routenplaner Google Maps im Normalfall etwas mehr als zwei Stunden bis Dortmund (197 Kilometer von Marburg entfernt), zweieinhalb Stunden bis Münster (252 Kilometer). Der Fernbus benötigt - Staus in der gerade morgens und spätnachmittags unter Massenverkehr ächzenden Autobahnen ausgenommen - DeinBus-Angaben zufolge zwei Stunden und 50 Minuten bis Dortmund, vier Stunden und zehn Minuten bis Münster.

Bahn macht den "Preiskampf" nicht mit

Alle Linien, die zwischen den Uni-Städten pendeln, werden von Becker Reisen aus Bad Endbach betrieben. „Durch die Kooperation haben wir Arbeitsplätze geschaffen“, sagt Martina Becker-Achenbach, Geschäftsführerin. Ab Dezember werde der Fuhrpark auf 50 Busse aufgestockt.

Jubel bricht angesichts der neuen West-Routen etwa unter Fans des Fußballvereins Borussia Dortmund aus. Beim rund zwei Dutzend Mitglieder zählenden BVB-Fanclub „Hornets 09“ im Ebsdorfergrund hegt mancher die Hoffnung, künftig noch mehr Heimspiele besuchen zu können.

„Diesen Preiskampf machen wir nicht mit“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf OP-Nachfrage. Marburger können demnach nicht mit Preisminderungen auf diesen Strecken rechnen. Auch werde es perspektivisch kein eigenes Busangebot des Konzerns geben, wie das anderswo, etwa in Berlin, getestet wird. „Dafür sehen wir hier keinen Bedarf“. Allerdings sei auf Kurz- und Mittelstrecken bereits ein Fahrgastverlust spürbar, der auf die neuen Konkurrenten zurückgeführt werden könne. Die Bahn sehe die Zielgruppe der Fern-busanbieter vor allem bei Studenten, „jungen Reisewilligen, die Zeit haben“. Somit seien eher Mitfahrzentralen die Leidtragenden, nicht die Bahn. Die Zahl der privaten Angebote im Internetportal Mitfahrgelegenheit.de hat sich allerdings seit DeinBus-Start in Marburg kaum verändert. Dort verlangen Autofahrer im Schnitt 13 Euro pro Person und Strecke.

Aussage der Bahn: Man beobachte die Entwicklung auf dem Fernbusmarkt aufmerksam - auch in Mittelhessen.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr