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Burgfrieden sollte Besitz schützen

Hessisches Staatsarchiv Burgfrieden sollte Besitz schützen

Adelsarchive in der historischen Forschung: Das war das Thema einer Tagung im Hessischen Staatsarchiv in Marburg.

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Der Torbau der Vorburg im Stadtallendorfer Stadtteil Schweinsberg. Die Burg liegt malerisch gelegen auf einer Anhöhe.

Quelle: Konstantin Freiherr Schenck zu Schweinsberg

Marburg. Zwei Tage lang trafen sich Wissenschaftler, Archivare sowie einige Vertreter von Adelsfamilien zu einer Tagung im Staatsarchiv am Friedrichsplatz in Marburg. Dabei ging es darum, auf welche Weise die Archive adeliger Familien von der historischen Forschung ausgewertet werden können.

„Adelsgeschichte hat Konjunktur“, machte Dr. Andreas Hedwig, der Leiter des Marburger Staatsarchivs, in seiner Begrüßungsrede.
Auch am Staatsarchiv sind einige Projekte zur Erforschung der Geschichte hessischer Adelsfamilien angesiedelt. „Das Staatsarchiv verwahrt in seinen Räumen insgesamt 44 Archive hessischer Adelsfamilien als Deposita“, machte Dr. Harald Winkel vom Staatsarchiv deutlich.

Winkel stellte in seinem Vortrag das von ihm betreute und zwei jahre lang von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell geförderte Forschungsprojekt vor, bei dem einer diesen Bestände erschlossen werden soll.

Es handelt sich um das Archiv der Familie Schenck zu Schweinsberg, dessen schriftliche Überlieferung vom 13. jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert reicht. „Dieses Archiv spiegelt die historische Bedeutung dieser hessischen Adelsfamilie“, erläuterte Winkel.

Das Archiv umfasst 888 Urkunden und rund 29 laufende Meter Akten. Zu den Archivalien zählt unter anderem eine Urkunde, an der ursprünglich 16 Siegel hingen, in der im Januar und Februar 1447 ein „Burgfrieden“ vereinbart“ wurde.

„Durch den Abschluss dieser Burgfriedensverträge begegnete die Familie der Aufsplitterung ihrer Besitztümer und regelten ihr Zusammenleben auf der Stammburg Schweinsberg“, erklärt Winkel.
„Über die Ganerbschaft, das gemeinsame Familienvermögen, konnte die Familie nur gemeinschaftlich verfügen. Unter anderem wegen dieses Zusammenhaltes sei es der Familie gelungen, sich bis in das 18. Jahrhundert hinein des landesherrlichen Anspruchs der Landgrafen von Hessen auf umfassende Unterordnung unter den hessischen Territorialstaat zu erwehren.

von Manfred Hitzeroth

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