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Burger King in Marburg macht dicht

Aus für Betreiber Yo-Ki Burger King in Marburg macht dicht

Am Mittwoch gab Burger King Europe die Kündigung aller 89 Franchiseverträge mit der Yi-Ko Holding bekannt. Diese Kündigung betrifft 89 Restaurants, darunter auch den Betrieb am Afföller in Marburg, einer in Linden, eine Filiale in Gießen und die am Forum Wetzlar.

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Die Happy Hours bei Burger King in der Afföllerstraße sind gezählt. Die Filiale wird geschlossen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Hygienemängel und Missachtung der Unternehmensstandards: Die Burger-King-Filialen in Marburg sowie in Gießen, Wetzlar und Linden stehen vor dem Aus. Marburger Kunden sind überrascht. Die Fastfoodkette hat sich nach Berichten über Hygienemängel von ihrem größten deutschen Franchisenehmer – der Yi-Ko-Holding – getrennt.

Deutschlandweit sind 89 Standorte mit rund 3000 Arbeitnehmern betroffen. Neben Marburg werden hessenweit zwölf weitere Restaurants geschlossen – je eins in Gießen, Wetzlar, Linden, Petersberg und Fulda, zwei in Wiesbaden und fünf in Frankfurt. „Yi-Ko ist ab sofort nicht länger befugt, die Restaurants als Burger-King-Restaurants zu betreiben“, sagt ein Unternehmenssprecher. Werde die Aufforderung, eine Umfirmierung nicht zügig umgesetzt, droht Burger King auch der Marburg Filialleitung mit Gerichtsverfahren.

Das Restaurant in Marburg war am Mittwoch – einen Tag nach der internen Bekanntgabe des Standort-Aus‘ – zwar noch geöffnet, soll aber bereits unter Liefer­engpässen leiden. Solange Ware vorhanden sei, will Yi-Ko die Restaurants geöffnet lassen, heißt es. Nach OP-Informationen strebt Yi-Ko eine einstweilige Verfügung vor Gericht an, um ein Weitermachen durchzusetzen.

Klar ist: Yi-Ko wird Mitarbeiter am Standort entlassen. Wie viele in der Universitätsstadt arbeiten, dazu macht Burger King auf OP-Anfrage keine Angaben. Filialleitung und Angestellte wollten sich ebenfalls nicht äußern.

Kunden sind von der Konzern-Entscheidung überrascht: „Krasse Sache. Hätte nicht gedacht, dass nach den Vorwürfen etwas passiert“, sagt Christian Nockel (25). „Das ist Mist! Erst Praktiker, dann Burger King – die Afföllerstraße scheint ein schlechter Standort zu sein“, sagt Bernd Höwel (42). Auch im Internet diskutieren OP-Leser: „Das ist ein Alptraum“, schreibt Florian Soldan auf dem OP-Facebookkanal. Doro Fritsche entgegnet: „Gott sei Dank. War einmal drin, bäh.“

Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten

„Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass dieser Entschluss einen negativen Einfluss auf die Mitarbeiter der von der Yi-Ko betriebenen Restaurants hat, weshalb uns diese Entscheidung sehr schwer fiel“, heißt es von Burger King. Daher werde in den nächsten Tagen „hart daran gearbeitet, diesen negativen Einfluss so gering wie möglich zu halten“. Ob das Restaurant in Marburg etwa mit einem neuen Franchisepartner bestehen bleiben könnte, ist noch unklar.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezweifelt jedenfalls, dass die Übernahme durch einen neuen Lizenznehmer zügig gelingt. Angaben von Burger King zufolge wurden seitens Yi-Ko wiederholt Arbeitsverträge missachtet. Yi-Ko habe Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten und im Krankheitsfall Gehälter erst verspätet ausgezahlt.

Dafür soll insbesondere der ehemalige Geschäftsführer Ergün Yildiz – zu dessen Imbiss-Imperium auch Marburg, Linden und Gießen zählten – verantwortlich gewesen sein. Er war nach den Enthüllungen zurückgetreten, soll sich danach aber doch wieder in das Tagesgeschäft eingemischt haben. Das habe die Existenz Dutzender anderer Filialen gefährdet. Die 599 verbleibenden Restaurants sind von der Entscheidung unberührt.

von Björn Wisker

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