Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Buntspechte schwirren durch den Wald

Familien Buntspechte schwirren durch den Wald

Zum 1. August wird der neue Waldkindergarten der Buntspechte Cappel seinen Betrieb aufnehmen. Bereits jetzt fand nach fast einjähriger Planungs- und Bauphase die offizielle Einweihungs-feier statt.

Voriger Artikel
Gas-Unfall am Wilhelmsplatz
Nächster Artikel
Knaller-Experimente schleudern Bälle in Himmel

Beim Anbringen des Schildes halfen Lars Fucker (von links), pädagogischer Leiter der „Buntspechte Cappel“, Elke Siegel-Engelmann, Fachdienstleiterin Kinderbetreuung, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Erzieherin Karoline Maddèe und Buntspechte-Vorsitzende Uta Preck. Links außerhalb des Bildes zog Erika Richter vom Ortsbeirat an der Strippe. Die Kinder ließen zu diesem feierlichen Moment Seifenblasen steigen.Foto: Manfred Schubert

Cappel. Mit Live-Musik, Informationen und Kinderspielen an und in der, größtenteils von den Eltern in Eigenleistung, frisch renovierten Schutzhütte im Cappeler Eselsgrund wurde gefeiert. Mehr als 100 Gäste nahmen teil.

Der neue Waldkindergarten entstand auf Initiative mehrerer Eltern, um die Versorgung mit Waldkindergartenplätzen vor allem in den südlichen Stadtteilen Marburgs zu verbessern. Der Trägerverein Buntspechte Cappel, der aktuell 22 Mitglieder zählt, gründete sich im Oktober 2012.

Bürgermeister Doktor Franz Kahle (Grüne) wies auf den etwasungewöhnlichen zeitlichen Ablauf hin. Auf der Homepage www.Buntspechte-Cappel.de war bereits vor fast einem Jahr der Eröffnungstermin 1.8.2013 angekündigt, aber bei der Stadt war noch nicht einmal die Betriebserlaubnis beantragt worden. Folglich konnte die Stadt auch keinerlei Informationen zu dem geplanten Waldkindergarten geben. Aber nachher sei die Kommunikation besser geworden. Man sei „stolz, dass es in Marburg so viele freie Kindergartenträger mit unterschiedlichen Ansätzen“ gebe. Der Waldpädagogik-Ansatz gehe weit, bis auf Friedrich Fröbel, zurück. Man sei überzeugt, dass die Investitionen gut angelegt und das Angebot pädagogisch sinnvoll sei.

Auch die Buntspechte-Vorsitzende Uta Preck bestätigte in ihrer Ansprache, dass es eine gute Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung seitens der Stadt gab. 9000 Euro an Baukostenzuwendungen gab es und sie wird künftig die Personalkosten mittragen. Außerdem habe die Forstbehörde dem Vorhaben offen gegenübergestanden, der Ortsbeirat es wohlwollend begleitet, es gab eine enge Kooperation mit dem Waldkindergarten in Wehrda und Thorsten Späker vom Fachbereich Motologie der Universität Marburg half bei der Konzeption. Firmen und Privatleute spendeten Geld, Sachen und Arbeitsleistungen.

Konzept Waldkindergarten: „Es braucht sehr wenig“

Waldkindergartenplätze seien unglaublich gefragt, bereits jetzt lägen lange Wartelisten für die kommenden Jahre vor. Auch das Interesse des Fachpersonals auf die beiden ausgeschriebenen Stellen sei groß gewesen, mehr als 40 Bewerbungen habe es gegeben. „Für einen Waldkindergarten braucht es unglaublich wenig. Und in unserer heutigen Zeit von PC, Smartphone, Nintendo, TV und Cloud-Computing bedeutet dieses bisschen so unglaublich viel“, betonte Preck.

Diplom-Pädagoge Lars Fucker übernimmt ab 1. August die Leitung des Kindergartens, ihm stehen die Erzieherin Karoline Maddèe und FSJ-Kraft Jonathan Wollenberg zur Seite. Sie werden eine Gruppe mit maximal 20 Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zwischen 7.30 Uhr und 12.30 Uhr betreuen. Neben der Waldpädagogik gehören Inklusion, worauf der Name Buntspechte hinweist, und ein generationenverbindender Ansatz mit „Wald-Omas und „Wald-Opas“, zu den konzeptionellen Ideen. Die Kinder sollen bei jeder Wetterlage ihren Vormittag im Freien verbringen. Nur bei Unwetter wie Gewitter, Sturm oder extremer Kälte sind Kinder und Personal verpflichtet, einen Schutzraum aufzusuchen. Dafür haben die Buntspechte Cappel die ehemalige Vereinshütte der Pferdefreunde Cappel übernommen.

Nach den Einweihungs-Reden wurde das Schild des neuen Kindergartens angebracht, während viele Kinder eifrig Seifenblasen steigen ließen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr