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„Buntes, robustes und weltoffenes Haus“

Einweihung der Stadthalle „Buntes, robustes und weltoffenes Haus“

Mehrere tausend Besucher feierten am Samstag und Sonntag die Wiedereinweihung der neuen Stadthalle, des Erwin-Piscator-Hauses.

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Marburg. „Eine schönere Stadthalle gibt es nirgendwo in Deutschland“, witzelte Musik-Kabarettist Lars Reichow als Gastgeber und Moderator der großen Abendshow am Samstag auf der Bühne der nach drei Jahren Umbau wiedereröffneten Stadthalle und versprach anschließend einen „bunten Abend“. Die Bühne wurde vor nicht voll besetzten Rängen standesgemäß eingeweiht mit einem Potpourri aus Tanz, Comedy, Jazz, Soul und Rock‘n‘Roll.

Schon am Vormittag war der große Saal, das Herzstück des runderneuerten „Erwin-Piscator-Hauses“ vor rund 500 geladenen Gästen mit klassischer Musik (Schulorchester der Martin-Luther-Schule) und offiziellen Reden eingeweiht worden. Das erneuerte Gebäude solle ein „Zentrum für Kultur, Bildung, Begegnung und Diskurs“ werden, kündigte der Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) an.

Mehrere tausend Besucher feierten am Samstag und Sonntag die Wiedereinweihung der neuen Stadthalle, des Erwin-Piscator-Hauses. Auch der Kulturladen KFZ hat in dem Gebäude ein neues Zuhause gefunden.

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Der Bau habe viel Staub aufgewirbelt, und das nicht nur wortwörtlich, sondern auch bei vielen Debatten, sagte Spies. Aber das Ergebnis könne sich sehen lassen – vom „lichtdurchfluteten Aufgang“ bis hin zum Dach, dessen Rautenmuster sich als Spiegel der Umgebung anpasse. Die hohen Wände aus „nacktem, klaren“ Sichtbeton würden die Technik nur leicht maskieren. Zusammengefasst sei dieses eine „demütige Form des Prahlens“, die Marburg gut anstehe. Er habe ein „buntes, robustes und weltoffenes Haus“ für eine bunte und tolerante Stadt gestalten wollen, erläuterte Architekt Thomas Hess vom Münchener Architektenbüro, das den Architektenwettbewerb 2005 gewonnen hatte. Er wünschte allenNutzern und Stadthallen-Besuchern „tolle Erlebnisse und wilde Abende“.

Und was erhoffen sich die künftigen Hauptnutzer? „Wir hoffen darauf, mit neuen Kooperationen Neues zu erfinden“, sagte Gero Braach (Kulturladen KFZ). „Wir wollen die große Bühne wieder für große Produktionen nutzen“, meinte Theater-Intendant Matthias Faltz. „Wir sind froh, dass wir die heiße Phase der Bauarbeiten überstanden haben und jetzt wieder Schulkonzerte im großen Saal machen können“, sagte Karl Goecke, Leiter der Martin-Luther-Schule, die Nachbar-Institution und mit mehreren Schulräumen Neu-Nutzer zugleich ist.

Auch die Stadthallen-Verwaltung und die Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH (MSLT) sind in dem runderneuerten Haus untergebracht. Schon kurz nach der offiziellen Eröffnung waren dann die Türen geöffnet, und die Marburger strömten in Scharen herein. Besonders begehrt war ein Blick hinter die Stadthallen-Bühne, bei dem Bühnenmeister Matthias Mis die kleinen Geheimnisse der Technik hinter den Kulissen erklärte.

von Manfred Hitzeroth

 
Liebe Leser

Alles neu macht bekanntlich der Mai. In diesem Fall ist es der Juni, und die Rede ist von dem neuen Prachtbau für Musik, Theater und allerlei Anderes. Die Marburger Stadthalle ist innerhalb von drei Jahren mit Um- und Neubau so neu geworden, dass sie jetzt einen neuen (alten) Namen bekommen hat und künftig nach dem Willen der Stadtoberen nur noch Erwin-Piscator-Haus heißen soll.

 Nur so viel noch zur Namensnennung: Wieso die Stadt Marburg ausgerechnet bei diesem zentralen Baustein der Kulturpolitik quasi freiwillig auf ihren Namensbestandteil verzichtet, bleibt nicht völlig einsichtig. Nostalgiker, von denen es einige gibt, hängen zudem an dem eingeführten Namen.

Sei‘s drum: Auch ansonsten gibt es einiges Neues in diesem „Haus der Stadtgesellschaft“. Bereits toll angenommen wurden vor allem von den Kindern die auf dem Vorplatz sprudelnden begehbaren Wasserfontänen. An heißen Tagen werden die sicher zum absoluten Renner werden.

Im Inneren des Gebäudes ist auch einiges neu: Die eher kalt und kahl anmutenden Foyerwände aus Betonwänden haben bisher die Meinungen noch gespalten. Für die einen sind sie ein Synonym für moderne, quasi raue, „unverputzte“ und ehrliche Kultur, die anderen finden sie schlicht hässlich.

Zumindest lassen diese Wände keinen Raum für Gleichgültigkeit. Und ansonsten: Die Marburger Liberalen ärgern sich über teilweise zu glatte Fußböden, die extreme Schräglage der Stühle im großen Stadthallen)-Saal ist noch gewöhnungsbedürftig.

Der Kulturladen KFZ wird im Aufzug in der Ebene -2 verortet, und ansonsten in der Ebene -1, er befindet sich aber jedenfalls im untersten Geschoss. Uneingeschränkte Begeisterung haben die spektakulären Rauten-Elemente der Bedachung hervorgerufen. Bei dieser

Betonung der Raute könnte man sich natürlich spontan noch eine ganz besondere und sehr prominente Namensgeberin für das nagelneue Marburger „Kulturhaus“ vorstellen

von Manfred Hitzeroth

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