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Weltkindertag

Buntes Fest mit ernstem Hintergrund

Zu einem großen Kinderfest hatte das Kulturzentrum Waggonhalle zusammen mit der Unicef am Samstag eingeladen. Anlass war der Weltkindertag, der alljährlich auf schwierige Lebensbedingungen von Kindern in aller Welt hinweist.

Auf dem Kinderfest gab es ein von Kindern buntbemaltes Tretboot.

© Dietrich

Marburg. Gleich zu Beginn des Festes strömten regelrechte Besucherscharen auf das Gelände rund um die Waggonhalle: Viele Familien nutzten den strahlenden Spätsommertag für einen gemeinsamen Ausflug und genossen das Programm, das viele verschiedene Gruppen zusammengestellt hatten. Lateinamerikanische Rhythmen erklangen von der Bühne her, wo das Jugendorchester der Musikschule Marburg und die Kunstwerkstadt das Stück „Die Strümpfe der Flamingos“ von Diego Jascalevich präsentierten. Viele Kinder hatten Flohmarktstände aufgestellt und das Landestheater veranstaltete eine szenische Lesung zu Paul Maars „Sams“.

Farbig ging es weiter bei der Kunstwerkstatt, wo – auf den ersten Blick ein wenig deplaziert wirkend – ein weißes Tretboot wartete. Begeistert nutzten die Kinder die Gelegenheit, das Wasserfahrzeug ganz nach ihren Ideen und Vorlieben anzumalen, mit Namen zu versehen und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. In einer Woche, wenn die Farbe getrocknet und das Boot mit Klarlack überzogen ist, wird es am Bootsverleih getauft werden, fortan zu mieten sein und so ständig an den Weltkindertag erinnern.

Denn bei allem Spiel und Spaß geriet das eigentliche Anliegen des Weltkindertages nicht aus dem Sinn. Der Deutsche Kinderschutzbund etwa informierte mit einer Stellwand über das Thema „Kinderarmut in Deutschland“ und lud zum gemeinsamen Stockbrotrösten ein. Weil für Kinder in aller Welt außer Nahrung, Wasser und Sicherheit auch Kultur wichtig und wertvoll ist, werden die Spenden, die während des Festes gesammelt wurden, an die Musikschule „Favela Rocinha“ weitergegeben. Diese Musikschule liegt im größten Elendsviertel Rio de Janeiros. Dort haben Kinder, die in bitterarmen Familien oder auf der Straße leben, die Möglichkeit, einen gewaltfreien Raum und liebevolle Zuwendung zu erleben.

von Ines Dietrich

Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe der OP.


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