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Bunte Zeichen gegen soziale Ungerechtigkeit

Flashmob Bunte Zeichen gegen soziale Ungerechtigkeit

Gegen wachsende soziale Ungerechtigkeit, Staatsschulden und Kahlschlagkürzungen: Die Mitglieder des bundesweiten Bündnisses „Umfairteilen - Reichtum besteuern!“riefen am Samstag zu einem Aktionstag auf.

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Die Teilnehmer der Protestaktion hatten farbige Plastiksäcke über ihre Jacken geworfen.  In 50 deutschen Städten gingen Mitglieder des Bündnisses „Umfairteilen“ auf die Straße.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Dem Ruf folgte auch das lokale Marburger Bündnis und mischte mit bei der Aktion mit dem Namen „fünf vor zwölf“. Daher sah man um fünf Minuten vor Mittag eine große Gruppe bunt gekleideter Menschen auf die Biegenstraße vor der r Stadthalle strömen.

Dabei warfen sich die Teilnehmer der Protestaktion bunte, zugeschnittene Plastiksäcke wie Mäntel über ihre normale Kleidung. Die Straße wurde für etwa zehn Minuten von der Polizei gesperrt. An festen Markierungsfeldern stellten sie sich nach den Farben Rot, Gelb, Grün und Blau sortiert auf und verharrten an Ort und Stelle. Die Farbe Gelb, welche absichtlich nur wenige der Teilnehmer trugen, stand dabei für die Reichen dieser Welt. Alle anderen Farben symbolisierten die durchschnittliche Gesellschaft. Auf ein Signal hin kam Bewegung in die etwa 80-köpfige Gruppe und die verschiedenen Farben trafen aufeinander. „Tretet gemeinsam in Kontakt, in einen Dialog und verteilt den Reichtum gerechter“, motivierte währenddessen Dr. Ulf Immelt, Organisationssekretär vom DGB Mittelhessen. Mit dem Megafon rief er die Aktions-Teilnehmer dazu auf ein Zeichen zu setzen.

Die farbenfrohen Teilnehmer sprachen für einige Minuten lautstark miteinander über aktuelle politische Ereignisse, soziale Missstände oder Themen die sie einfach los werden wollten. Die gelbe „Partei“ der Reichen verteilte dabei symbolisch Schokolade an alle Beteiligten. Dabei achtete sie darauf, ganz im Geiste des Bündnisses, jedem Einzelnen die gleiche Menge zu geben.

Aufgerufen zu der gemeinsamen Aktion hatten Gewerkschaften und Sozialverbände, das globalisierungskritische Netzwerk Attac, Migrantenverbände sowie Studierenden- und Jugendorganisationen. Auch auf der Marburger Vereinsmesse, die zeitgleich in der Stadthalle statt fand, waren die Mitglieder mit einem Info-Stand vertreten.

Das bundesweite Bündnis „Umfairteilen - Reichtum besteuern!“ ist parteipolitisch unabhängig. In Marburg ist es seit August 2012 vertreten und wurde unter anderem vom hessischen Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Spies (SPD) ins Leben gerufen. Es will auf wachsende soziale Ungleichheit und massive finanzielle Kürzungen in ganz Europa aufmerksam machen. Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt stehe in besonderer, internationaler Verantwortung, betonte Iris Demel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen. „Wir fordern, dass der Reichtum besser verteilt wird um die soziale Infrastruktur zu erhalten“, so Demel. Und von einer funktionierenden Gesellschaft profitieren die Reichen wie alle anderen auch. Das Privatvermögen des reichsten Prozents der Bundesbürger seien höher als alle Schulden des Bundes mitsamt allen Ländern und Kommunen zusammen, sagte Immelt. Die Verteilungsfrage sei eine Frage der Vernunft und gelebter Solidarität. Die Politik dürfe sich nicht länger davor drücken. Das Argument „es sei kein Geld da“ zähle nicht mehr. „Das Geld ist da, es ist nur ungerecht verteilt“, betonte das DGB-Mitglied.

Daher fordert das Bündnis eine einmalige Vermögensabgabe und dauerhafte Vermögenssteuer sowie den verstärkten Kampf gegen Steuerbetrug und -oasen. Mit den daraus fließenden Mitteln sollten Investitionen für Soziales, Bildung, Gesundheit, Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur und die Energiewende finanziert werden. Der Marburger Aktionstag verlief reibungslos. Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Insgesamt fanden bundesweit in über 50 Städten Aktionen für „fünf vor zwölf“ statt. von Ina Tannert

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