Schüler und Studenten zogen für eine bessere Bildungspolitik unter anderem durch die Marburger Oberstadt.
Marburg. Seit den 1970er und 1980er Jahren hat Marburg keine so große Bildungs-Demonstration mehr erlebt: 2.500 Schüler und Studenten zogen durch die Oberstadt bis zum Bahnhof und machten ihrem Ärger über ein aus ihrer Sicht miserables Bildungssystem Luft: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ oder „Bildungsraub im ganzen Land, unsre Antwort: Widerstand“, skandierten die jugendlichen Demonstranten.
Die friedliche Demonstration eskalierte am Ende, als rund 60 Studierende am Bahnhof Polizeisperren durchbrachen und auf die Autobahn stürmten. Nach wenigen Minuten wurden sie von der Polizei wieder von der Autobahn eskortiert. Gleichzeitig besetzten mehr als 100 Demonstranten das Staatliche Schulamt. Fünf Polizisten wurden nach Angaben des Marburger Polizeisprechers Martin Ahlich bei Auseinandersetzungen verletzt, nach Angaben der Organisatoren auch mehr als 15 Demonstranten durch Schlagstockeinsatz und Pfefferspray.
Viele Passanten unterstützten die Forderungen der Schüler, Autofahrer im Stau klaschten Beifall, andere hupten zustimmend. In der Innenstadt kam der Verkehr zum Erliegen. Massive Kritik übten die Redner an der Bildungspolitik der Landes- und der Bundesregierung. Während Banken und Konzerne mit Milliarden unterstützt würden, gehe die Bildung leer aus. Sie forderten mehr Lehrer, kleinere Klassen, bessere Bildungschancen für alle und nicht nur für Eliten. An der Gladenbacher Europaschule beteiligten sich rund 250 Schüler an dem Streik.
von Uwe Badouin
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