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Bürgerforum soll Stadt wachküssen

Neues Marburg-Video Bürgerforum soll Stadt wachküssen

Mehr als 100 Marburger wollen an der Entwicklung der Stadt mitarbeiten. Die Verwaltung hofft auf weitere Anmeldungen für das Bürgerforum zur möglichen Austragung der Bundesgartenschau 2029. Helfen soll ein neues Video.

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Marburg wachzuküssen ist ihr Ziel: Maren Paulhardt (links) und Sandra Rabung sind zwei von 23 Laien-Schauspielern in einem zweiminütigen Marburg-Werbespot, der ab sofort im Internet, im Kino und auf DVD zu sehen ist. Kameramann Gregory Weisert (rechts) und Barbara Schmidt von Cineteam Mediaworks produzierten den Film.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. „Rasen statt rasen“, „Lernen ohne Lärm“: Um für das bevorstehende Mitmach-Forum (Start: Samstag, 10.30 bis 17 Uhr in der Mensa Erlenring) zu werben, hat die Stadt einen Film drehen lassen. Der zweiminütige Spot mit 23 Laien-Schauspielern ist ab sofort im Internet auf Youtube (siehe Link am Artikel-Ende) und in den Kinos zu sehen.

„Mit dem Beitrag wollen wir emotionalisieren, die Fröhlichkeit dieser Stadt zeigen und Botschaften senden: Nämlich, dass es sich lohnt, selbst Botschafter für diese Stadt zu werden, indem man sich für ihre Zukunft mit Ideen einsetzt“, sagt Barbara Schmidt von Cineteam Mediaworks, die den Film produzierte. „Wir wollen in alle Bevölkerungsbereiche, alle Schichten und Gruppen eindringen und von jedem wissen: Wie können wir die Stadt in puncto Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessern?“, erläutert Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). „Eine Buga-Begeisterung auszulösen, ist unser Ziel“, sagt er. Das Bürgerforum sei „ein ganz neuer Weg, die Stadt in eine bessere Zukunft zu führen.“ Wie man die Potentiale, die brach lägen - etwa das Schlossareal oder die Lahnwiesen - optimal nutzen könne, sei eine Kernfrage die das Forum an die Bewohner stelle.

Verschwinden der Stadtautobahn als "Wiedervereinigung Marburgs"

Vaupels Hoffnung, wenn die Buga 2029 tatsächlich an die Universitätsstadt vergeben würde, ist die Wiedervereinigung Marburgs: Die Stadtautobahn als Hindernis zwischen Schülerpark und Landgrafenschloss soll untertunnelt werden. Auf dieser neu gewonnen Fläche könnten dann Park- oder Wohnanlagen entstehen - doch das sind nur wenige der großen Ideen, die Marburger beschäftigen. Auf dem Weg dorthin gebe es dem OB zufolge viele kleinere Projekte, die zu einer Verbesserung des Stadtbilds beitragen könnten. „Alles, was punktuell umsetzbar ist, und wofür das Geld im Haushalt reicht, können wir schon bis 2029 hinbekommen“, sagt Vaupel.

Sorge bereitet der Stadt ein Ansturm jener Engagierten, die sich etwa über Verbände häufig in kommunale Debatten einbringen. „Deshalb schreiben wir weiterhin viele Leute und Gruppen gezielt an, die häufig nicht so stark im Fokus stehen“, sagt Edith Pfingst vom Presseamt.

Bürgerverein soll gegründet werden

Kleingärtner, Migranten, Mitglieder der Werbekreise: Es werde darauf geachtet, dass möglichst viele Marburger unterschiedliche Ideen äußern und diese zur Debatte stellen. Auch auf einen Mix der Geschlechter- und Altersgruppen werde geachtet. Gerade deshalb sei das Bürgerforum auch als Internet-Mitmachportal verfügbar. „Klassischerweise zählen junge Leute, Studenten nicht zu den Engagiertesten bei solchen Vorhaben. Aber 25 000 von ihnen leben in der Stadt, sie sind wichtig für uns - und von dem Online-Angebot erhoffen wir uns deren Input“, sagt Richard Laufner, Leiter des Fachdienst Kultur. Steuern und Kandidaten auswählen würde die Stadtverwaltung nur, wenn die Teilnehmerzahl 400 Marburger überschreite - wonach es aktuell nicht aussieht, wie Pfingst sagt.

Vaupel zufolge gibt es bereits Bestrebungen, nach Abschluss des Mitmach-Forums einen Bürgerverein zu gründen. Dieser solle den Buga-Prozess, die gesamte Stadtentwicklung über Jahre begleiten und der Verwaltung dauerhaft Ideen liefern.

von Björn Wisker

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