Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Bürger kritisieren die "Buckelpiste"

Südviertel Bürger kritisieren die "Buckelpiste"

Hässliche Laternen in der Liebigstraße und Löcher in der Frankfurter Straße gehören zu den Dingen, die Südviertel-Anwohner stören.

Voriger Artikel
Fakirbrett und Hochstelzen
Nächster Artikel
Treiben wie vor Hunderten von Jahren

Vertreter der Südstadtgemeinde mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (5. von links) beim Rundgang durch das Südviertel.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Das Marburger Südviertel ist ohne Zweifel eines der schönsten Quartiere der Universitätsstadt und doch gibt es sicher immer noch etwas, was sich noch verschönern ließe.

In diesem Sinne fand am vergangenen Samstag zum ersten Mal der von der Südstadtgemeinde organisierte Stadtrundgang mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) statt, in dessen Verlauf die Mitglieder auf Sanierungsbedarf hinwiesen.

„Ich freue mich sehr, dass die im Jahr 1993 wiederbelebte Stadtteilgemeinde so engagiert ist und sich auf diese Weise einbringt, also damit zu einer Form der Bürgerbeteiligung zurück findet, die früher selbstverständlich war,“ so Spies.

Startpunkt war in zweierlei Hinsicht der Vorplatz des Staatsarchivs, wo dessen Leiter, Dr. Andreas Hedwig, auf das leidige Thema Parkplätze zu sprechen kam. „Uns stehen ja die nächsten zwei Jahre noch weitere Umbauarbeiten ins Haus, daher werden wir leider nicht umhin kommen, den Vorplatz abermals als Parkfläche freizugeben. Wir wissen, dass dies einige Anwohner gestört hat und hoffen auf ihr Verständnis. Dabei werden wir darauf achten, dass weiterhin genug Durchgangsfläche besteht,“ so Hedwig.

Frankfurter Straße gerade für Fahrradfahrer eine Buckelpiste

Kritik gab es vonseiten der Bürgerinnen und Bürger, vertreten durch den Ersten Vorsitzenden der Südstadtgemeinde, Klaus Gärtner, vor allem am Zustand der Frankfurter Straße. „Leider ist das mittlerweile eine ganz schöne Buckelpiste und generell werden viele Straßenarbeiten nicht so ausgeführt, dass Radfahrer anschließend gut auf dem Asphalt fahren können,“ bemerkte Gärtner.

Bürgermeister Spies wies dabei allerdings auf ein grundsätzliches Problem bei der Hauptverkehrsader des Südviertels hin: „Die Frankfurter Straße ist Sache des Landes, da besteht zwar klarer Sanierungsbedarf, das Land hat aber derzeit kein Interesse an einem solche Projekt, und die Stadt Marburg könnte das im Moment ohnehin nicht bezahlen.“

Einige andere monierte Teerarbeiten waren darüber hinaus im Auftrag privater Unternehmen vollzogen worden und unterlagen dementsprechend nicht der Abnahme durch die Stadt.

Stadt kann auf einer Landesstrraße keine Tempolimits einführen

Auf einen weiteren Umstand wies Spies hin: Da die Frankfurter Straße eine Landesstraße ist, könne die Stadt hier nicht ohne Weiteres „Tempo 30“ einführen.

Neben weiteren Anmerkungen zu gefährlichen Stellen etwa an der Kreuzung Haspelstraße/Wilhelmstraße oder den ungepflegten Baumkästen in der unteren Haspelstraße, lobten die Bürgerinnen und Bürger allerdings auch die insgesamt angenehm grüne Strukturierung des Viertels, vor allem am Friedrichsplatz.

Lediglich die Straßenlaternen in der Liebigstraße (kleines Bild unten), passten nach Ansicht der Rundgangsteilnehmer so gar nicht zu den klassischer gestalteten Leuchtanlagen im Kreisel (links). Hierbei gab Spies aber zu bedenken: „Ich sehe es ja auch so, dass die roten Lampen im Kreisel deutlich schöner sind, als das schlichte Modell in der Liebigstraße, allerdings kosten die auch pro Laterne rund 5000 Euro mehr, ohne Handwer­kerkosten, wenn ich das auf die Liebigstraße aufsummiere, sind das etwa zwei Spielplätze.“

von Marcus Hergenhan

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr