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Bürger-Kritik ebbt nicht ab

Verkehrsführung in der Nordstadt Bürger-Kritik ebbt nicht ab

Die Verkehrsänderung in der Robert-Koch- und Bunsenstraße sorgt weiter für Diskussionen. Die „Bürger für Marburg“ fordern eine Rückkehr zur 
alten Regelung – und viele OP-Leser äußern sich auf Facebook verärgert.

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Die jahrzehntelang gültige Einbahnstraßenregelung in der Robert-Koch-Straße ist seit September aufgehoben.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Wenn die Verkehrsführung nicht schnell zurückgeführt oder wesentliche Änderungen an den Ampelschaltungen vorgenommen werden, schadet diese der Stadt und ihrer Erreichbarkeit“, sagt Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) auf OP-Anfrage.

Hier finden Sie die Abstimmung:

Verkehr in der Marburger Nordstadt

Soll die aktuelle Verkehrsführung in der Marburger Robert-Koch-Straße / Bunsentraße beibehalten werden?

 

Das sei der Preis dafür, dass „die Sache ohne große Bürgerbeteiligung durchgezogen wurde“. Vor einigen Jahren habe es zwar mal eine öffentliche Veranstaltung zu den Plänen gegeben – „der Magistrat dachte, damit hat er seine Schuldigkeit getan“ – aber das reiche nicht aus. „Das Schlimmste ist, dass die Stadt davon ausgeht, dass sich alle schon irgendwie an die neue Verkehrsführung gewöhnen werden.“ Der Verlust der Parkplätze sei „bedauerlich“, für den noch vorhandenen Einzelhandel in der Nordstadt „ist das eine Katastrophe“.

Stadt kann von Radwegen alleine nicht leben

Viele OP-Leser empfinden das ähnlich. Eine Auswahl an Reaktionen auf dem OP-Facebook-Kanal: „So was von sinnlos und nervig diese Änderung“, schreibt Katja Augner auf Facebook. „Das Killen von Parkplätzen geht weiter“, schreibt Matthias Pfaff auf Facebook. „Der Stau geht meist bis fast zur Autobahn. Zeiteinhaltung ist kaum möglich. Die Robert-Koch-Straße wird kaum in Gegenrichtung, also Richtung Bunsenstraße genutzt“, schreibt Hartmut Glaser.

„Ich finde, es ist offensichtlich, dass die Stadt- und Verkehrsplaner auf lange Sicht eine möglichst autofreie Stadt kreieren wollen. Anders ist die autofeindliche Verkehrsplanung und ständige Abschaffung von Parkplätzen meines Erachtens nicht erklärbar“, schreibt Manfred Hilberger. Es möge „grundsätzlich Geschmack- und Einstellungssache sein, ob man möchte, dass Marburg eine reine Studenten- und Fahrrad-Stadt wird. Aber wenn der letzte Parkplatz entfernt, die letzte Kreuzung verstopft, der letzte Tourist keinen nahegelegenen Parkplatz gefunden, der letzte Einkäufer lieber in anderen Städten bummelt und der letzte Laden geschlossen, werdet ihr merken, dass eine Stadt von Radwegen alleine nicht leben kann“.

Zwischen „Katastrophe“ und „löblicher Idee“

Die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung in der Robert-Koch-Straße samt der Folgen sei „eine sehr unglückliche Lösung. Die Bahnhofstraße einspurig, die schon vorher ein Nadelöhr im Berufsverkehr war, das ist ziemlicher Quatsch“, schreibt Pascal Gluth.

„Eine Katastrophe für die Bürger, Geschäftsleute, Touristen“, schreibt Lena Lang. Es handele sich um eine „wirre Verkehrsführung“, es seien „keine Parkplätze in Sicht“, weshalb „sich nicht gewundert werden muss, wenn die Leute nach Gießen oder Frankfurt fahren“.

Uschi Strauß schreibt: „Die Idee, Marburg autofrei zu bekommen, ist ja löblich. Aber sie ist auch utopisch. Der Mensch möchte so dicht wie möglich ranfahren ans Ziel. Teils aus Bequemlichkeit, teils um Zeit zu sparen. Man kann ihn auch nicht umerziehen. Also macht es ihm doch nicht so schwer, dann schimpft auch keiner mehr auf unfähige, realitätsferne Entscheidungsträger.“

„So ein Quatsch“

Ralf Köhler schreibt: „Die Kritik mag berechtigt scheinen, aber Sinn macht es dann, wenn die Elisabethstraße geschlossen wird, wo sonst soll der Verkehr lang. Mit etwas Glück wird die Straße eine Fußgängerzone mit Anbindung an die Oberstadt, so dass der Berufsverkehr zu den Behringwerken eine Unmöglichkeit wird. Abhilfe für die Staus in der Bahnhofstraße wäre mit einer Änderung der Schaltzeiten der Ampeln leicht zu erreichen, das wird aber mit Sicherheit nicht mehr in diesem Jahr geschehen, wenn überhaupt. Die Parkplätze sind weg, das hat Tradition in Marburg.“

Inge Winter schreibt: „Warum gibt‘s stadteinwärts in der Bahnhofstraße keine 
 Linksabbiegespur in die Robert- Koch-Straße? Dann weiß man, dass man hier auch nach links abbiegen kann. So ein Quatsch, die Parkplätze zu opfern, um dann einen überdimensionalen Fahrradstreifen anstelle der Linksabbiegespur einzurichten.“

Soll die Verkehrsänderung in der Nordstadt beibehalten werden? Stimmen Sie ab bei der OP-Umfrage auf 
www.op-marburg.de

von Björn Wisker

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