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Bündnis prangert „rechte Hetze“ an

Geplante Demo gegen AfD-Politiker Bündnis prangert „rechte Hetze“ an

Ein Marburger Bündnis will am 13. November gegen den Auftritt des AfD-Politikers Björn Höcke bei der Studentenverbindung Rheinfranken protestieren. Hunderte Teilnehmer haben sich angemeldet – Tendenz steigend.

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Protest gegen umstrittene Thesen des AfD-Politikers Björn Höcke: Ein Marburger Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen organisiert die Demonstration am Freitag, 13. November (ab 18 Uhr auf dem Marktplatz).

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Die Demonstration soll um 18 Uhr mit einer Kundgebung am Marktplatz beginnen und gegen 19 Uhr bis zur Lutherstraße vor das Verbindungshaus führen.

„Es gilt zu zeigen, dass hier kein Platz für Rassismus, für rechte Hetze ist. In Marburg haben sich in der Vergangenheit Tausende gegen solches Gedankengut gestellt – und das wird auch in der Zukunft so sein“, sagt Ulf Immelt, Gewerkschafter und Mit-Organisator der Demonstration. Im sozialen Netzwerk Facebook haben sich bislang mehr als 400 Teilnehmer angemeldet.

Und darum geht es: Björn Höcke ist Fraktionschef der „Alternative für Deutschland“ im thüringischen Landtag, er wird bei den Rheinfranken zur Flüchtlings- und Asylpolitik referieren. Mit „besonderem Fokus auf die Standpunkte der AfD“, wie der Veranstalter mitteilt.

Der 43-jährige Sport- und Geschichtslehrer fiel in der Vergangenheit durch umstrittene Aussagen auf – zuletzt Mitte Oktober durch Äußerungen deutsch-nationaler Thesen in der TV-Politiksendung „Günther Jauch“. Eine Auswahl an Zitaten aus 2014 und 2015:

* „Die politische Korrektheit liegt wie Mehltau über unserem Land. Ich bin angetreten, um diese politische Korrektheit wegzuräumen.“
*  „Ich will den politischen Sumpf austrocknen, preußische Tugenden wiederbeleben. Nicht als Politiker, sondern als mündiger Bürger.“
*  „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann.“
*  „Wir importieren uns sozialen Sprengstoff.“
*  „Die Angsträume für blonde Frauen werden größer.“
*  „Schön deutsch soll Erfurt bleiben.“

Anna Leona Gerhardt, Jugendbildungs-Referentin des DGB Mittelhessen und Demo-Mitorganisatorin sagt: „Hier in Marburg ist es nie eine Frage gewesen, dass man gegen krude Thesen wie die von Höcke aufsteht.“ „Wir wollen bei der Demo eine große, laute Menge bilden. Das ist mehr als ein Symbol dafür, dass wir keine schweigende Mehrheit sind.“

Polizei muss Demo-Route noch genehmigen

Eva Gottschaldt ergänzt: „Mit Kindern, die Angst vor Monstern haben, kann man zwei Dinge machen: Entweder man sagt ihnen, sie sollen vorsichtig sein, sich unter dem Bett verstecken, weil es böse Monster gibt. Oder man macht das Licht an und zeigt ihnen, dass es gar keine Monster gibt.“

Die AfD Marburg-Biedenkopf wollte sich auf OP-Anfrage am Dienstag nicht äußern. Es handele 
sich nicht um eine Veranstaltung der Partei, sagt Eric Markert, Kreisvorsitzender. Auf Nachfrage, wie der AfD-Kreisverband generell das Wirken und die Aussagen von Höcke einschätzt, blieb eine Antwort aus. Der Politiker selbst schwieg auf OP-Anfrage ebenfalls.

Der Protestzug am 13. November ist zwar bei der Stadt angemeldet, bestätigt Ordnungsamts-Chefin Regina Linda 
gegenüber der OP. Ob die vorgeschlagene Route bis vor das Haus der Studentenverbindung jedoch das Okay der Behörden bekomme, werde erst noch – in Zusammenarbeit mit der 
Polizei – geprüft.

Im Januar, als Studenten „Antigida“ als Gegenbewegung zu der in Dresden groß gewordenen Pegida organisierten, nahmen mehr als 3500 Marburger an einem Protestzug vom Hauptbahnhof zum Marktplatz teil.

von Björn Wisker

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