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Büchner-Forschung an Uni vor dem Aus

Umzug nach Würzburg Büchner-Forschung an Uni vor dem Aus

Die Georg-Büchner-Forschung in Marburg droht nach 35 Jahren eingestellt zu werden. Wie Professor Burghard Dedner sagte, fehle es an Geld und Interesse für deren Erhalt.

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Eine Bleistiftzeichnung von August Hoffmann (1833), die den in Hessen geborenen Literaten Georg Büchner zeigen soll.

Quelle: Nicolas Armer / dpa

Marburg. An der Philipps-Universität ist das umfangreiche Büchner-Portal frei geschaltet worden. Von nun an haben die Nutzer die Möglichkeit sich online über Leben und Wirken des Dichters zu informieren. Den Festvortrag anlässlich der 35. Geburtstagsfeier hielt Professor Bodo Plachta (Münster). Thema: „Edition auf guten Wegen: Die Marburger Büchner-Ausgabe“ Er lobte die Editionsforschung, angefügte Verweise, historischen Quellenangaben und Methodik der Texte. „Heute würdigen wir den Abschluss eines langjährigen Editionsprojekts“, sagte Plachta.

Nach der Gründung der Büchnergesellschaft im Jahr 1979, richtete die Universität am Institut für Neuere deutsche Literatur die Forschungsstelle ein. Sieben Jahre später erschien die erste große Büchner-Ausstellung, erzählte der Leiter der Einrichtung, Professor Burghard Dedner. Er erinnerte an den noch „holprigen, besonderen Anfangszauber“ der neuen Arbeitsstätte.

Viele Texte warten auf Veröffentlichung

Ein Höhepunkt ihrer Geschichte ist das nun fertige Büchnerportal, mit dem die Organisa tion „in die digitale Welt eintritt“. Dieser Erfolg sei eine „beeindruckende Leistung und ein großer Traum für alle Germanisten und Philologen, der endlich in Erfüllung geht“, lobte Professor Jürgen Wolf, Prodekan des Fachbereichs Germanistik und Kunstwissenschaften. Die Marburger Forschung habe es geschafft den Nutzern eine große Vielfalt ihrer Resultate in verständlicher Form an die Hand zu geben, sowohl den traditionellen Lesern wie auch der Onlinegeneration.

Die vollendete Ausgabe bedeute jedoch nicht das Ende der Büchner-Forschung, betonten die Literaturforscher. Viele Texte warten noch auf Veröffentlichung. Ob diese jedoch weiter in Marburg erforscht werden können, ist fraglich. Sehr wahrscheinlich geht die Marburger Forschung ihrem Ende entgegen, sagte Dedner. Die Uni hatte sich bereit erklärt, die Räume der Forschungsstelle für die nächsten fünf Jahre offen zu halten. Voraussetzung ist aber, dass diese weiterarbeiten und forschen kann, was wiederum von weiteren Forschungsgeldern abhängt. Ob die Arbeitsstelle diese erhält, ist unklar. Das Institut für Neuere Deutsche Literatur zeigte bisher kein Interesse die Forschungsstelle aufrecht zu erhalten, so Dedner. Die Arbeitsstelle wird daher in den nächsten Jahre nach Würzburg umziehen.

Zum Online-Portal der Marburger Forscher.

von Ina Tannert

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