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Bücher als Integrationsmotor

Stiftung Lesen Bücher als Integrationsmotor

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Cappel bekamen Flüchtlingsfamilien als erste in Hessen Starter-Sets zum Lesen und eine große Kiste mit weiterer Lektüre.

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Nina Finger (Stiftung Lesen, von links), Ulrich Sehrt (Leitung Camp Cappel), Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Heck überreichten die ­Bücher an die Kinder.

Quelle: Yannic Bakhtari

Cappel. Wie soll die enorme Herausforderung der Integration von Flüchtlingen gemeistert werden? Die Stiftung Lesen hat darauf auch keine allgemeingültige Antwort. „Wir sind aber davon überzeugt, dass Lesen bildet“, sagte Nina Finger, Projektleiterin bei der Stiftung Lesen. „Außerdem soll es eine Ablenkung für die Kinder sein.“

So bekamen drei von der Camp-Verwaltung ausgewählte Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan, Syrien sowie Somalia im Zuge des dreijährigen Programms „Lesestart für Flüchtlingskinder“ vor allem Bilderbücher für ihren Nachwuchs geschenkt. Neben den persönlichen Lesestart-Sets für die Kinder überreichte Finger der Kindertagesstätte im Camp noch eine Lese- und Medienbox.

Da „ohne Sprache überhaupt nichts“ gehe, seien die Bücher „ein Zeichen der Integration von Flüchtlingen“, sagte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU). Er appellierte an die Flüchtlinge, Deutsch zu lernen, da dies unbedingt notwendig sei. Nur dadurch könnten sie Arbeit und den Weg in die deutsche Gesellschaft finden. Von den aktuell 19 Einrichtungen mit rund 20000 Plätzen seien dem Internetangebot der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung nach rund 8000 belegt. All jene Menschen bestmöglich auf ein Leben in der deutschen Gesellschaft vorzubereiten, wird nicht leicht, doch die Stiftung Lesen strebe an, bis Ende 2016 nicht nur die Standorte in Hessen, sondern alle 145 Einrichtungen in Deutschland mit Büchern zu versorgen. Finanziert wird die Aktion aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Spender wollen Eltern einbeziehen

Der Amöneburger Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck (CDU) sagte, dass „die Aktion den Kindern auf spielerische Art das Lesen und die Sprache vermitteln soll“. Nina Finger wolle aber noch die Eltern einbeziehen. Ihr sei zugetragen worden, dass viele Eltern selbst mit den Kinderbüchern ihren Deutsch-Wortschatz ausbauten. Zu der Aktion gehöre aber auch das Entsenden von Vorlesepaten, die den Familien helfen sollen, die Bücher zu verstehen. Dass ausgerechnet das Lager in Cappel von der Stiftung ausgewählt wurde, geht auf das hessenweit beispiellose Engagement der Bürger für die Erstaufnahmeeinrichtung zurück. In den vergangenen Monaten habe es einen außerordentlich großen Einsatz der Marburger für die Flüchtlinge gegeben, sagte Ullrich.

Die Kinder freuten sich über die Geschenke. Eine Neunjährige aus Afghanistan sagte, dass sie das Buch mag. Sie wolle unbedingt Deutsch lernen und ihre Eltern wollen sie, so gut es ihnen möglich ist, unterstützen.

von Yannic Bakhtari

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