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Buch beleuchtet jüdische Geschichte

Stadtschrift Buch beleuchtet jüdische Geschichte

Für die Erhaltung der Geschichte des jüdischen Lebens und ihrer Begräbnisplätze in der Stadt zeichnete Dr. Barbara Rumpf-Lehmann die wechselvolle Geschichte des „Alten Jüdischen Friedhofs zu Marburg“ nach.

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Die neue Publikation des Rathaus-Verlags präsentierten Amnon Orbach (von links), Julia Kempf, Autorin Dr. Barbara Rumpf-Lehmann, Jochen Müller, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Tom Engel und Ulrich Hussong.Foto: Arnd Hartmann

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Entstanden ist die Schrift in Kooperation mit dem Fachdienst Stadtgrün, Vertretern der jüdischen Gemeinde, dem Bauamt und Stadt- sowie dem Staatsarchiv.

„Dass wir als Stadt dem Friedhof eine Stadtschrift widmen, spiegelt vor allem der über Jahrzehnte und Jahrhunderte wechselhafte Umgang mit der jüdischen Gesellschaft wider“, erklärte Bürgermeister Dr. Franz Kahle. Auf 226 Seiten beschreibt Rumpf-Lehmann nicht nur die detailgetreue Lage, der einzelnen Grabliegen der dreieckigen Friedhofsanlage entlang des Alten Kirchhainer Weges. Vielmehr werden im Buch eine Einführung in die religiöse jüdische Tradition mit ihren Ritualen und Feiertagen sowie ein friedhofsgeschichtlicher Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart präsentiert. Abbildungen des Wettenberger Fotografen Andreas Schmidt und eine Übersichtskarte des Begräbnisgeländes komplettieren zudem die neue Publikation.

Orbach zeigt sich erfreut

Ein Großteil des Buches beschäftigt sich mit der Auflistung der über 300 Grabsteine, auf denen Lebensdaten der Beerdigten und die Besonderheiten der Steine erklärt werden. „Ich bin sehr erstaunt, dass Frau Rumpf-Lehmann das Projekt mit dem Kartennachweis so gut erarbeitet hat“, lobte Amnon Orbach, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Als Begleitbuch und für die weitere Nachforschung stellt die Stadtschrift daher eine gute Hilfe dar, um einer Erkundung und Standortbestimmung der sepulkralen Zeitzeugen nachzugehen. „Es war mir wichtig, die jüdischen Festtage im Buch festzuhalten“, so Rumpf-Lehmann, da jüdische Friedhöfe an Sabbat- und Feiertagen nicht betreten werden dürfen.

„Es ist bis heute ein wunderschöner, klarer und sauberer Friedhof“, ergänzte Orbach. Daher sei die neue Stadtschrift als ein „Schatz“ zu behandeln. Die Schrift nimmt den Leser daher mit an den Beginn zu den ältesten Hinweisen einer jüdischen Begräbnisstätte in das Jahr 1375. Die ältesten erhaltenen Grabmale auf dem Grundstück stammen aus der Zeit von 1712 bis 1801/02. Auch die Greueltaten der Nationalsozialisten lassen sich auf den Gräbern aus dem 20. Jahrhundert ablesen.

Der Sprung in die Gegenwart zeigt ab den 1990er Jahren die Nutzung des Geländes durch den Zuwachs der jüdisch-russischen Gemeindemitglieder in der Universitätsstadt. Ab dem Jahr 2008 gibt es einen neuen jüdischen Friedhof am Rotenberg, da der bestehende nicht mehr ausreichend Platz bot.

Erhältlich ist die Stadtschrift „ Der Alte Jüdische Friedhof zu Marburg“ für 14,40 Euro beim Fachdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt sowie im Buchhandel.

von Arnd Hartmann

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