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Brücken-Provisorium "nur eine Notlösung"

Sanierungsstreit Brücken-Provisorium "nur eine Notlösung"

Die Weidenhäuser Brücke könnte für bis zu zehn Jahre mit einer Deckplatte gesichert werden. Die Prüfung dieser Variante hat Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) ebenso angekündigt wie weitere Sanierungsmodelle.

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Reparatur? Sanierung? Aufschub? Die Zukunft der Weidenhäuser Brücke ist unklar. Archivfoto

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der OB will nun von Fachleuten bewerten lassen, ob und zu welchem Aufwand eine provisorische Abdichtung der Brücke vorgenommen werden könne, um weitere Schäden zu vermeiden - etwa durch eine Deckplatte, die den Status quo für acht bis zehn Jahre erhalten soll. „Das ist aber nur ­eine Möglichkeit, vor allem aber ist das eher eine Notlösung. Denn ganz billig wäre so etwas auch nicht, gerade wenn man bedenkt, dass es auch nicht all zu lange hält“, sagt Spies im OP-Gespräch. Für eine dauerhafte Sanierung schlägt der OB insgesamt vier Varianten, die jeweils andere Umfänge haben, vor:

nAlleinige Sicherung der Fahrtüchtigkeit ohne Sandsteinsanierung, Steg und weitere Umbauten. Äußerlich blieben Weidenhäuser Brücke und Umgebung erst mal fast unverändert.

nBrückensanierung, die eine spätere Steg-Ergänzung zwar vorbereitet, aber noch nicht umsetzt, die denkmalgerechte Sandsteinsanierung jedoch bereits berücksichtigt.

nSanierung einschließlich des Stegs und mit dem dafür erforderlichen Mindestumbau des Rudolphsplatzes.

nVollständige Umsetzung der bisherigen Planungen also­ Grundsanierung samt Sandsteinverlegung, Steg und barrierefreier Rudolphsplatz-Umbau.

Für alle Szenarien werden die Kosten geprüft. Damit scheint klar, dass der Magistrat - entgegen dem gültigen Parlamentsbeschluss - eine Reparatur der Hauptverkehrsstraße nicht auf unbestimmte Zeit verschieben will. „Ziel ist eine Lösung, die uns einer sinnvollen und zugleich kostengünstigen, zuschusssichernden sowie einer möglichst spät kostenintensiven Sanierung der Brücke näherbringt“, sagt Spies. Er suche eine Lösung, die zwischen Maximalforderungen wie streichen oder luxussanieren liege, wirbt für „eine pragmatische Herangehensweise“.

Hintergrund: Trotz jahrelanger Planungen und zugesagten Millionenförderung vom Land, lehnten SPD, BfM und CDU in der Stadtverordnetenversammlung die Umsetzung angesichts der Haushaltslage ab. Das sorgt seitdem für Kritik - vom Bürgermeister über Grüne, Linke, FDP bis hin zu Ortsbeiräten.

von Björn Wisker

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