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Bringt Innovationsbeirat frischen Wind?

Bürgerengagement Bringt Innovationsbeirat frischen Wind?

Wie können Ideen von Ehrenamtlichen die Arbeit von Politik und Verwaltung verbessern? Darum ging es bei der Ehrenamtskonferenz im Stadtparlaments-Sitzungssaal.

Marburg. Mehr Kreativität und das Nutzen von Erfahrungswissen fordert Professor Adalbert Evers (Universität Gießen), der Spezialist für das Thema „Freiwilliges Engagement der Bürger“, von den Profis in der Kommunalpolitik und den Verwaltungen. Heruntergebrochen auf die Stadt Marburg regte Evers gestern bei der Ehrenamtskonferenz die Gründung eines städtischen Innovationsbeirates an. Dieser könne besonders wegweisende neue Ideen von ehrenamtlich tätigen Bürgern aufgreifen und mit Hilfe von Politikern in die Praxis umsetzen. Auf Nachfrage von Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer (SPD) musste Evers jedoch eingestehen, dass ein solcher Innovationsbeirat zumindest noch in keiner hessischen Stadt verwirklicht sei und dass er keine Erfahrungsberichte aus der Tätigkeit eines solchen Gremiums kenne. Die Beirats-Idee regte jedoch spontan die beiden Schauspieler vom „Fast Forward Theater“ beim vorher angekündigten theatralischen Zwischenspiel zu einer satirischen Widerspiegelung ab. Ausgehend von Stichworten aus den Reihen der rund 100 Konferenz-Teilnehmer spielte das Duo spontan die erste Sitzung des Marburger Innovationsbeirates: Als ehrenamtlicher Experte von außerhalb kam ein „Elefant“ aus Barcelona zum Treffen in der Kellerkneipe „Hinkelstein“ und regte als Zukunftsvision die Produktion von Kugelschreibern an. Das Auditorium sparte nicht mit Lachern und Szenenapplaus. Doch der Vorschlag des Professors erhielt auch noch eine ernsthafte Replik. Am Beispiel des Marburger Integrationsbeirates, der seit einigen Jahren existiert, erläuterte Brigitte Bohnke, Referentin des Oberbürgermeisters, dass es in Marburg schon gelungen sei, in Beiräten innovative Ideen aus der Bürgerschaft umzusetzen. Wichtig sei jedoch, dass diese Beiräte nicht zu groß seien. Zudem müssten die von ihnen angestoßenen Projekte fassbar und in einem überschaubaren Zeitrahmen umsetzbar sein. Die von OB Vaupel eröffnete und von der Kulturloge und der Freiwilligenagentur Marburg initiierte Ehrenamtskonferenz bot viereinhalb Stunden lang zahlreichen ehrenamtlich tätigen Marburgern die Chance, über die vielen Facetten freiwilligen Engagements zu diskutieren - vom Zeitaufwand über finanzielle Aufwandsentschädigung bis zum damit verbundenen Spaß.

von Manfred Hitzeroth

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