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Breakdance und andere Kompetenzen

Wissenschaftsfest Campus Marburg Breakdance und andere Kompetenzen

Ein angehender Philosoph brachte Kommilitonen und Besucher der Veranstaltung „Campus Marburg“ zum Lachen, andere Uni-Angehörige sorgten für großes Staunen.

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Beim „Breakdance Battle“ im KFZ-Tiefhof vom Erwin-Piscator-Haus ging es ordentlich ab: Hunderte bestaunten begeistert die waghalsigen HipHop-Tänzer. 

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „DJ, haust du rein“, sagt Bobby Balboa, ein Mann mit schwarzen Locken, der den Battle der „bboys“ leitet. Aus den Boxen vor dem KFZ schallen laute Bässe. Zwei Männer, die sich auf zwei auf dem Boden abgeklebten Feldern gegenüberstehen nicken im Takt der Musik. Dann beginnt einer im weißen Hemd, Breakdance zu tanzen. Das Publikum, das auf den Treppen des Hofes und oben an den Geländern zuschaut, klatscht.

Das Wissenschaftsfest „Campus Marburg“ ging am Freitag in die zweite Auflage: Zum ersten Mal wurde es im Frühsommer ausgetragen.

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26 „bboys“ haben sich angemeldet, erzählt Balboa. In einer Vorauswahl soll sich nun entscheiden, welche 16 Tänzer gegeneinander antreten dürfen. Der Sieger bekommt am Ende 150 Euro.

Der Breakdance-Wettbewerb ist einer der Programmpunkte des Wissenschaftsfestes Campus Marburg 2016 am Freitag. Zur gleichen Zeit im Hörsaalgebäude halten beim Soft Skills Slam der Marburg University Research Academy (MARA) Redner zehnminütige Vorträge zu Schlüsselkompetenzen. Michael Siegel, Doktorand in der Philosophie „präsentiert über das Präsentieren“: „Präsivativ: Power-Point-Unfälle vermeiden“ steht auf seiner ersten Folie, darunter ein Foto schlafender Geschäftsleute.

Märchenquiz und Kabarett

Gelächter im Hörsaal. Zu vermeiden seien zunächst einmal mehr als drei Farben, so Siegel. Auch von Übergangs- und Soundeffekten rät der Doktorand ab. Ausnahmen jedoch gebe es immer, wie die Präsentation einer Biologin über den Brunftruf des Rhinozeros.

„Da hätte ich mich auch nicht zurückhalten können“, sagt Siegel. Seinen 30 Zuhörern rät er Mut zur Schlichtheit. Sein letzter Tipp: „Macht’s mit (…aber richtig!)“, dazu ein Foto von zwei Menschen in Ganzkörper-Kondomen. Ebenfalls im Hörsaalgebäude veranstaltet das Institut für Europäische Ethnologie ein Märchenquiz - aber eins für Erwachsene, denn welches Kind weiß schon, was alles zum Lumpengesindel zählt? Hühnchen, Hähnchen, Stecknadel und Nähnadel oder Würmchen, Hühnchen, Gänschen und Hündchen? Andererseits: Welcher Erwachsene weiß das schon? „Ist ja auch lange her“, sagt Simone Stiefbold. Im Gegensatz zu den Fragen, die Christian Boller ins Märchenquiz „geschmuggelt“ hat: „Wie viele Märchen sind in der Shrek-Reihe zu finden?“ 50 lautet die richtige Antwort.

Marburg-Gutschein für die Gewinner

„Ich darf hier verkünden, dass das viele richtig haben“, sagt Dr. Antje van Elsbergen beim Durchblättern der Antwortbögen, die die rund 30 Teilnehmer abgegeben haben. Der Gewinner bekommt einen Marburg-Gutschein über 30 Euro nach Hause geschickt. Sebastian Nitsch aus Berlin tritt im Großen Saal des Erwin-Piscator-Hauses als einer von vier Kabarettisten im Programm „Die jungen Wilden“ auf - mit gebrochenem Arm. Den habe er einem romantischen Radfahrer zu verdanken, der neben seiner Freundin habe fahren wollen.

Trotzdem sei er „für die Liebe“ und regt sich stattdessen über die Aufschriften von Haarshampoos auf. „Frauen suchen sich im Supermarktregal die Beleidigung aus, die am besten zu ihnen passt: Glanzlos, strohig, strukturgeschädigt oder rasch nachfettend“. Stattdessen plädiert Nitsch für Etiketten mit der Aufschrift „Für die schönsten Haare, die ich kenne“ oder „Für die Haare, an denen ich rieche und sofort zu Hause bin“. „Ooooh“, tönt es verliebt auch in den Zuschauerreihen.

von Freya Altmüller

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Von Redakteur Anna Ntemiris

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