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Brautkleid und Schleier nur geliehen

Gnadenhochzeit Brautkleid und Schleier nur geliehen

Heute feiern im Kreise der Familie Elisabeth und Peter Hermann das Fest der Gnadenhochzeit.

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Elisabeth und Peter Hermann Feiern heute das Fest der Gnadenhochzeit.Foto: Ingrid Lang

Cappel. Vor siebzig Jahren hatte sich das Jubelpaar zuerst im Standesamt und dann in der Kirche in Cappel das „Jawort“ gegeben. Kennengelernt hat sich das Paar, das schon zusammen die Schulbank drückte, aber erst nach einem Heimaturlaub von Peter Hermann, der im Krieg in Russland war.

„Wir haben uns gesehen und uns gleich verliebt“, erzählt die Jubilarin. Beide Eheleute stammen aus Cappel, wobei er im Unterdorf und Elisabeth geborene Wißner im Oberdorf zu Hause war.

Im März 1944 kehrte der gelernte Klempner und Installateur aus dem Krieg zurück und blieb dann in Deutschland. Der Jubilar wurde im Fernmeldedienst eingesetzt und war in Hannoversch Münden stationiert. Im Weihnachtsurlaub verlobte sich das Paar.

Im Januar 1945 wurde auch die gelernte Zahnarzthelferin zum Dienst als Nachrichtenhelferin nach Kassel einberufen. Hier bestand für das frisch verlobte Paar aber die Möglichkeit, wenigsten mit einander zu telefonieren.

Ende Mai 1945 kehrte sie und im August auch ihr Verlobter nach Cappel zurück. Der Jubilar arbeitete wieder in seinem alten Beruf. Bis zu seinem Ruhestand wirkte er als Hausmeister bei den Heimstätten in Marburg.

Die Jubilarin erinnert sich noch gerne an ihre Hochzeit zurück, die für die damalige Zeit, groß gefeiert wurde. Das Brautkleid und der Schleier allerdings wurden ausgeliehen. Kinder aus dem Ober- und Unterdorf streuten Blumen für das Brautpaar, das nicht weit bis zur Kirche hatte. Mehr als zwanzig blühende und Grünpflanzen bekam die Braut von ihren ehemaligen Nachbarn zur Hochzeit geschenkt.

Im Laufe der Jahre hat Peter Hermann, den man in Cappel besser unter dem Hausnamen „Wolfe“ kennt, immer wieder am Elternhaus um- und angebaut. Die Ehefrau kümmerte sich um den Haushalt und versorgte die vier Kinder.

Anfang der fünfziger Jahre installierte der Ehemann zuerst eine Mietwaschküche und einige Zeit danach wurde daraus eine große Wäscherei. Um die Wäsche schnell und trocken transportieren zu können, baute sich der Familienvater, der Besitzer eines Motorrades war, dazu passend einen Anhänger. Auch die drei Mädchen mussten in der Wäscherei mithelfen. In 1972 wurde die Wäscherei geschlossen.

Heute freut sich das Jubelpaar über sieben Enkelkinder und 10 Urenkel.

Seit vielen Jahren ist Peter Hermann Fördermitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

von Ingrid Lang

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