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Bordell-Aktivisten appellieren an Angela Merkel

Protest gegen Frauenhandel Bordell-Aktivisten appellieren an Angela Merkel

Die Gegner von Sex-Flatrates aus Marburg schreiben Aufklärungs-Briefe an die Spitzenpolitiker in Bundeskanzleramt und Bundesrat. Ihr Ziel: Die Neu-Beratung eines umstrittenen Prostitutions-Gesetzes.

Marburg. Der Protest gegen die Änderung des Prostitutions-Gesetzes flammt neu auf: Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der ARD-Wahlarena am Montagabend die umstrittene Gesetzes-Neuregelung verteidigte, wendet sich die Marburger Bürgerinitiative BI-gegen-Bordelle am Dienstag mit schriftlichen Appellen an die Kanzlerin und an alle Mitglieder des Bundesrats. „Deutschland ist zum Eldorado für Sextouristen geworden“, sagt Inge Hauschildt-Schön, Sprecherin der BI. Sex-Flatrates zu Billigpreisen: „Jeder Tierschutzverein würde sich aufregen, wenn das, was Freier mit Prostituierten machen, mit Tieren geschähe“, sagt sie.

Die Initiative kritisiert die aktuelle Version zur Änderung des seit 2002 geltenden Gesetzes, wonach die Regelungen etwa zur Bordell-Kontrolle im Gewerberecht verankert werden sollen. Experten - deren Ratschläge bei der Beratung der Gesetzesentwürfe ignoriert worden sein sollen - befürchten eine Verschlechterung der Situation für Frauen und einen Bordell-Boom. „Sex-Gewalt und Frauenhandel sind kein Verwaltungsunrecht, das Gewerbeämter regeln könnten. Sie sind Verbrechen und somit Aufgaben von Polizei und Justiz“, heißt es in dem Brief. Die Bundesrats-Abstimmung ist bislang für den 20. September geplant.

von Björn Wisker

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