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Bösartige Rachentumore werden häufiger

Krebs-Symposium Bösartige Rachentumore werden häufiger

Das sechste internationale Symposium zu bösartigen Erkrankungen der oberen Luft- und Speisewege findet ab Donnerstag an der Marburger Uni-Klinik statt.

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Die Professoren Jochen Werner (von links), Robert Mandic und Afshin Teymoortash zeigen ein Kongress-Plakat, auf dem man in gelblicher Farbe die Entwicklung von bösartigen Krebstumoren im Hals- und Nackenbereich nachverfolgen kann. Foto: Lea Rauch

Marburg. Spezialisten der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik des Marburger Uni-Klinikums organisieren die internationale Tagung, zu der von Donnerstag bis Sonntag rund 200 Teilnehmer aus 15 Ländern erwartetet werden. Die Forscher kommen aus Europa, den USA, Afrika und Asien.

Es geht um die Präsentation von Forschungsergebnissen über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Krebserkrankungen der oberen Luft- und Speisewege, die an sechster Stelle der Häufigkeit aller Krebserkrankungen stehen: Rund 15000 Patienten pro Jahr erkranken daran in Deutschland. Diese Erkrankungen befallen vor allem die Mundhöhle, den Rachen und den Kehlkopf der Patienten.

„Besonders bösartige Tumore des Rachens werden häufiger“, berichtet Professor Af­shin Teymoortash, der das Tagungsprogramm zusammengestellt hat. Ursachen für solche Rachentumore sind besonders der Alkoholmissbrauch und das Rauchen von Zigaretten.

In den vergangenen Jahren gibt es aber auch eine steigende Anzahl von Patienten mit Rachenkrebs, die glaubhaft versichern, weder Alkoholprobleme zu haben, noch übermäßig zu rauchen. Das berichtete Professor Jochen Werner, der Chef der Hals-, Nasen-. Ohrenklinik und Hauptorganisator der Tagung.

Vermutet werden als mögliche Urheber für die Entstehung der speziellen Krebsart Viren, erklärt Werner. Er verweist darauf, dass es ähnliche Forschungsergebnisse auch für Gebärmutterkrebs gibt, wofür es zuletzt einen Medizin-Nobelpreis gab.

Ein Charakteristikum der Marburger Tagung, die bereits zum sechsten Mal stattfindet, ist die Verbindung von Grundlagenforschung und klinisch ausgerichteter Wissenschaft.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen diesmal die Forschungsergebnisse zur Frage, wie die bösartigen Tumore entstehen. So siedeln sich beispielsweise Tumorzellen in Lymphknoten an und können sich dort sehr schnell ausbreiten. Diese bösartigen Tumore (Metastasen) werden vor alem durch die Ausräumung der Lymphknoten oder durch eine Chemotherapie behandelt.

Bei der Tagung in Marburg werden auch zwei technische Neuerungen in der Kopf-Hals-Chirurgie vorgestellt, die in der Krebsheilkunde Anwendung finden. So gibt es ein modernes Nachweisverfahren von sehr kleinen Metastasen, die bisher mithilfe bildgebender Diagnostik nur schwer dargestellt werden konnten.

Erste Erfahrungen mitder Roboterchirurgie

Zum anderen berichten mehrere Experten aus der ganzen Welt über ihre Erfahrungen mit der Anwendung von Roboterchirurgie; Dabei werden die Instrumente der Laserchirurgie durch den Mund eingeführt und tragen so zur präziseren Entfernung bestimmter Rachen- und Kehlkopftumore bei, berichtet Professor Teymoortash.

Am Marburger Uni-Klinikum wurden seit Oktober dieses Jahres bereits zwei Patienten mit der neuen „da Vinci“-Operationstechnologie erfolgreich operiert. In wissenschaftlichen Begleitstudien soll in Marburg in den kommenden Monaten die Wirksamkeit der neuen Technologie überprüft werden.

von Manfred Hitzeroth

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