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Blutspender dringend gesucht

Aufruf Blutspender dringend gesucht

Die Urlaubszeit stellt den Blutspendedienst vor große Probleme: Weil viele Stammspender, besonders Studenten, verreist sind.

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Krankenpfleger und Teamleiter des Blutspendedienstes Gerhard Friedrich (links) betreut Spender Markus Rohpeter.Foto: Weber

Marburg. „Es ist ja fast schon traditionell. Jedes Jahr in den Sommerferien merken wir, dass die Spendenbereitschaft nachlässt“, sagt Dr. Janus Slonka, Facharzt für Transfusionsmedizin. In Marburg habe man die besondere Situation, dass „schätzungsweise 20 bis 25 Prozent der Spender Studenten sind. Da nun Semesterferien und Sommerferien zusammenfallen, sinkt in dieser Zeit das Spenderaufkommen um 10 bis 20 Prozent.“, erläutert Slonka.

Die Aktivität im Universitätsklinikum lässt aber in dieser Zeit nicht nach.

Zwar kann das Krankenhaus auf eine gute Versorgungslage bauen, da die Mengen an Blutspenden aus den Vorwochen ausreichend sind, um die erste Hälfte der Sommerzeit zu überbrücken. Da aber das gespendete Blut nur fünf Wochen haltbar ist, sei eine konstante Spendenbereitschaft notwendig. Zudem versorgt das Klinikum ebenfalls die Bereiche Biedenkopf und Wehrda sowie eine hämatologische Arztpraxis im Stadtzentrum.

Mit fast 20000 Vollblutspendern pro Jahr kann das Klinikum jedoch auf eine positive Bilanz schauen. Dennoch sucht das Universitätsklinikum dringend weitere Spender, um eine stetige Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Alle Personen zwischen 18 und 60 Jahren, die gesund sind und über 50 Kilogramm wiegen, dürfen Blut spenden. Ausgeschlossen sind allerdings Personen, die unter Infektions- oder Herzkrankheiten leiden.

Nach einer Anmeldung und einer ärztlichen Untersuchung, in der die Spender über den Ablauf aufgeklärt werden, wird per Nadelzufuhr in eine Vene in der Ellenbeuge 500 Milliliter Blut entnommen.

Die Blutentnahme dauert ungefähr zehn Minuten. Insgesamt sollten potenzielle Spender circa eine Stunde Zeit mitbringen, besonders wenn es sich um die erste Spende handelt.

4,5 Millionen Blutkonserven im JAhr 2012 verbraucht

Man sollte 20 Minuten Ruhezeit nach der Spende einplanen. Des Weiteren wird empfohlen, viel zu trinken, übermäßige sportliche Aktivitäten danach zu vermeiden. Generell sei aber nach der Spende alles möglich, solang man nicht auf volle Belastung geht. Eine Aufwandsentschädigung bekommt jeder nach erfolgreicher Blutspende.

Männer können pro Jahr sechsmal Blut spenden, Frauen viermal. Auf der Internetseite des Universitätsklinikums www.ukgm.de können sich Interessierte über das Blutspenden informieren.

Mittels zweier Mausklicks über die Schaltflächen Patienten und Blutspender ist alles Wissenswerte zu erfahren.

Neben einer Vollblutspende sind mit der Plasma- und der Thrombozytenspende weitere Spendearten möglich.

Laut Slonka spenden deutschlandweit gerade einmal 10 Prozent der Bevölkerung Blut. Im Jahr 2012 seien 4,5 Millionen Blutkonserven verbraucht worden. Die Krankenhäuser seien demnach auf Blutspenden angewiesen.

Die Spender selbst sind jedenfalls gern im Einsatz. „Ich weiß, was mit meinem Blut passiert. Ich gehe alle acht Wochen hier ins Klinikum und spende Blut. Dadurch habe ich gleichzeitig auch eine Gesundheitskontrolle. Bis jetzt habe ich auch immer alles gut vertragen“, sagte der Blutspender Ralf Herrmann.

Der ThrombozytenspenderMarkus Rohpeter fühlt sich durch eine persönliche Erfahrung noch mehr zur Spende motiviert. „Ich spende seit mehr als 14 Jahren Blut und Thrombozyten. Ich hatte selbst einmal einen Autounfall und danach war ich auf Blutplasma angewiesen. Ich weiß also, dass Blutspenden eine wichtige Angelegenheit ist“, sagte Rohpeter.

Zurzeit ist das Klinikum auf die Marburger Stammspender angewiesen. „Wenn es in seltenen Fällen zu einem Mangel an Konserven kommt, müssen möglicherweise geplante Operationen verschoben werden. Ein Großteil unserer Spender sind eben auch Studenten, die aktuell nicht da sind. Für Interessierte, die nicht den Weg zu den Lahnbergen haben, gibt es eine Campusspende in der Mensa am Erlering“, sagt Krankenpfleger und Teamleiter Gerhard Friedrich.

von Matthias Weber

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