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Blütenstaub schwirrt durch die Luft

Allergien Blütenstaub schwirrt durch die Luft

Der Pollenflug hat eingesetzt: Erle und Haselnuss sind unterwegs und machen Allergikern arg zu schaffen.

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Gesundheit! Pollenallergiker leiden oft unter heftigen Niesattacken.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Die Zahl der Pollenallergiker nimmt zu“, sagt Professor Dr. Wolfgang Pfützner (Archivfoto, klein), Leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum in Marburg und Sprecher des Allergiezentrums Hessen.

Und da der Pollenflug begonnen hat, leiden wieder zahlreiche Menschen unter Schnupfen, tränenden, brennenden und juckenden Augen. Es kann aber auch schlimmer kommen, „auf die Lunge schlagen und zu Asthma führen“, sagt Wolfgang Pfützner.

Genetische Veranlagung

Ein Grund, warum immer mehr Menschen allergisch auf Pollen reagieren, „ist zum einen die genetische Veranlagung, aber auch der Lebensstil und die Verstädterung“, erklärt der Allergologe. Studien hätten gezeigt, dass Kinder im ländlichen Raum weniger Allergien entwickeln. Vor allem, wenn sie auf dem Bauernhof aufwachsen. Die Keime, mit denen sie im Kuhstall und durch Mist in Verbindung kommen, „haben eine wichtige Funktion für die Entwicklung unseres Immunsystems“, sagt Pfützner. Fernab des ländlichen Raumes fehlten diese Keime.

Insgesamt habe die Pollenbelastung zugenommen, die Blüten beginnen früher zu fliegen. „Derzeit sind Erle und Haselnuss unterwegs“, sagt der Experte und verweist auf Messungen mit der sogenannten „Pollenfalle“, die auf dem Dach des Klinikums gleich neben dem Hubschrauberplatz steht. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Birke kommt.“

Insgesamt leiden nach Angaben des Hautmediziners 20 bis 25 Prozent der Menschen unter Heuschnupfen. Wenn dieser noch leicht sei, reichten Medikamente zur Behandlung.

Nasensprays zum Beispiel würden zwar häufig Cortison enthalten, doch wirke dies gezielt an der Schleimhaut. Ein bis zwei Wochen vergingen aber, bis die Wirkung einsetze. Ideal sei, mit dem Spray zwei Wochen vor Einsetzen des Pollenflugs zu beginnen.

Schnellere Linderung brächten Tabletten, sogenannte Anti-histaminika. Dagegen gebe es aber Vorbehalte, weil sie müde machten.

Inzwischen gebe es diese Medikamente in der dritten Generation. „Die neuen machen nicht mehr müde“, sagt Wolfgang Pfützner.

Neben der Medikamentenbehandlung gibt es noch die Möglichkeit der Hyposensibilisierung. Dabei werden den Allergikern die Stoffe verabreicht, auf die sie allergisch reagieren, bis sich der Körper daran gewöhnt und sich das Immunsystem nicht mehr wehrt. Bei Kindern favorisiert der Allergologe schneller eine Hyposensibilisierung, „weil damit ein Fortgang in Asthma gestoppt wird“.

Fenster nachts schließen

Leidgeplagten Allergikern rät Dr. Susanne Rück, Sprecherin der Apotheker in Marburg und Umland dringend, nachts bei geschlossenem Fenster zu schlafen. Morgens, wenn die aufgehende Sonne die Luft erwärme, sei der Pollenflug durch die Thermik besonders stark. Die freiverkäuflichen antiallergischen Nasensprays und Augentropfen sollten sich Leidgeplagte stündlich verabreichen. „Das ist lästig“, sagt Rück. „Aber nur morgens und abends sprühen oder tropfen reicht nicht.“

von Heike Horst

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