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Blüten, die der Kälte trotzen

Saisongarten Blüten, die der Kälte trotzen

Treffen die Wettervorhersagen zu, dann wird es in dieser Woche merklich wärmer. In günstigen Lagen dringt dann, fast unbemerkt, buntes Leben durch die Schneedecke.

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Heidekraut zählt zu den bekanntesten Winterblühern und ist wenig anfällig gegen Frost.

Quelle: Pixabay, Wikipedia

Marburg. Schon bald lohnt sich ein Rundgang durch den Garten, um die kleinen Blütenwunder zu entdecken:

Wildkrokus:  Zierlicher und schlanker als der Gartenkrokus gibt sich seine Blüte. Ideal zum Verwildern im Rasen. Nicht zu früh mähen!

Iris:  Eine der ersten Schwertlilien, blüht bereits im März. Die etwa 15 Zentimeter hohen Blüten leuchten weit. Besonders edel im sonnigen Steingarten.

Märzenbecher:  Bereits ab Februar öffnet Leucojum vernum jedes Jahr seine Blütenbecher, vorausgesetzt, die Pflanzen stehen feucht genug.

Huflattich:  Als lästiges Unkraut oft abgetan, gibt sich die Wildpflanze die größte Mühe, den geneigten Gartenbesitzern jetzt schon zu gefallen.

Christrose:  Wärmende Sonnenstrahlen lassen den hierzulande sehr beliebten Nieswurz oftmals erst im abklingenden Winter richtig erblühen.

Winterling:  Sehr wohl fühlt sich das giftige Hahnenfußgewächs unter Sträuchern, und es blüht unbekümmert jedes Jahr wieder.

Heidekraut:  Die Blüte der Winterheide übersteht jeden Frost - von November bis März. Hübsche Pflanzen für den Balkon und den Garten.

Was der Hobbygärtner jetzt noch tun sollte:

  • Laubholzhecken können noch geschnitten werden.
  • Rosen und frostempfindliche Pflanzen abdecken, falls das noch nicht getan wurde.
  • Ziersträucher, die im Sommer blühen, auslichten. Aber: Frühjahrsblüher - wie Zierapfel, Zierquitte und Zierkirsche, Kornelkirsche, Forsythie und Mandel - erst nach der Blüte schneiden.
  • Den Boden um Pflanzen, die sich durch Frost gehoben haben, bei frostfreiem Wetter wieder andrücken.
  • Falls nicht schon längst getan, sollte sich der geneigte Hobbygärtner schleunigst die neuen Kataloge der Stauden und Spezialgärtnereien bestellen. Junge Pflanzen jetzt schon bestellen.
  • Immergrüne, junge Laub- und Nadelgehölze vor Sonne und Wind schützen, denn es besteht die Gefahr des Austrocknens. Außerdem bei frostfreiem Wetter wässern!
  • Laubabwertende Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen können bei frostfreiem Boden und mildem Wetter gepflanzt werden.
  • Ausbesserungen: Es macht Sinn, sich zu merken, wo auf Wegen und Terrassen Wasserlachen stehen bleiben. Dies sollte man im Frühjahr ausbessern.
  • Winterquartier: Pflanzen regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge untersuchen. Gießen nicht vergessen. Raum lüften.
  • Kübelpflanzen, die im Freien stehen, bei Trockenheit gießen.

Und wenn‘s noch mal schneit?

Unter einer lockeren Schneedecke haben es Pflanzen im Winter schön warm, doch zu viel Schnee kann ihnen auch schaden, vor allem, wenn es bei Temperaturen um null Grad schneit, sind die nassen Flocken recht schwer. So schwer, dass Äste unter der Last abbrechen oder zum Beispiel der Wacholder auseinanderfällt. Besonders Nadelgehölze mit ihrer großen Angriffsfläche sind gefährdet. Abhilfe kann man schaffen, indem man rechtzeitig die Schneemassen von den Zweigen schüttelt.

Schädlingsjagd in den Wintermonaten

Wenn‘s um Schädlinge geht, ist vorbeugen besser als bekämpfen. Beim Pflanzenschutz im Winter kann man auch sagen, die Brut wird im Keim erstickt. Denn die Eier und Larven vieler Insekten überwintern in den Ritzen der Baum- und Strauchrinde und an den Winterknospen. Das Blattlausweibchen legt im Herbst hartschalige, widerstandsfähige Wintereier vornehmlich an junge Triebe. Obstbaumspinnmilben hinterlassen Scharen langgezipfelter, roter Wintereier am Fruchtholz, auf der Unterseite der Zweige und an den Übergangszonen von altem zu jungem Holz bei Obstbäumen und Weinreben. Das Weibchen des Frühjahrsapfelblattsaugers versenkt seine Eier in Rindenfalten. Es kommt auch an Birnbäumen vor.

Der Schwammspinner überzieht seine häufchenförmigen Eigelege zum Schutz gegen Kälte mit brauner Hinterleibswolle, während Ringelspinner ihre winterfesten Eier freispiralig um dünne Triebe ordnen. Die äußersten Zweigspitzen bevorzugen Frostspannerweibchen zur Eiablage. Damit sie ihr Ziel gar nicht erst erreichen, sollte man im Oktober Leimgürtel angelegt haben. Sie können jetzt entfernt werden. Die etwa zwei Zentimeter langen Raupen fressen von März bis Mai Blätter und Blüten. Gegen Frostrisse in den Rinden sollte man eigentlich längst einen weißen, das Sonnenlicht reflektierenden Baumanstrich vorgenommen haben. Doch in diesem Fall streiten sich die Gelehrten. Es gibt Gärtner, die raten, bei frostfreiem Wetter auch jetzt noch die entsprechende Farbe aufzutragen. Gerade im Februar entstünden viele Frostrisse, argumentieren sie.

Mixtur belastet die Umwelt nicht

Gegen die Schädlinge hilft unter anderem die für den Rest der Umwelt ungiftige Theobald‘sche Lösung, die man leicht selbst herstellen kann. Allerdings braucht man eine große Menge, weil die Bäume und Sträucher sozusagen vor Nässe triefen müssen.

Und so wird die Lösung zusammengemischt: Fünf Kilogramm 60-prozentigen Kali in 40 Liter Wasser lösen. In einem zweiten Gefäß fünf Kilo gebrannten Kalk ebenfalls in 40 Liter Wasser lösen. 0,5 bis 1 Kilo Wasserglas in 20 Liter Wasser lösen. Die Kalkmilch durch ein Tuch in die Kali-Lösung gießen und die Wasserglaslösung daruntermischen. Mit dieser Mixtur werde Bäume und Sträucher kräftig gespritzt. Die Theobald‘sche Lösung wirkt gegen Eigelege, Larven, Insekten, Moose und Flechten und kann bis zum Schwellen der Knospen verwendet werden.

von Hartmut Berge

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