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Blühende Wiesen statt karger Rasenflächen

Landkreis-Projekt Blühende Wiesen statt karger Rasenflächen

Schüler für die Umwelt sensibilisieren, zur Artenvielfalt beitragen und Ressourcen neu verteilen: Drei gute Gründe für das Projekt "Blumenwiese" des Landkreis.

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Der Biologe Dr. Manuel Klang hat das Projekt „Blumenwiese“ des Landkreis Marburg-Biedenkopf als Experte mit betreut.

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Die Europaschule gehört rein äußerlich sicher nicht zu den optischen Höhepunkten in Gladenbach. Trotzdem hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert und auch für die nahe Zukunft sind weitere Umbauten geplant. Manchmal sind es aber gerade die Kleinigkeiten, die zu einer optischen Aufwertung beitragen. Dann zum Beispiel, wenn aus kargen Rasenflächen blühende Wiesen vor den Gebäuden werden. „Die Schüler haben auf dem Weg in die Schule einen anderen ästhetischen Anblick“, sagte Dr. Karsten McGovern, Erster Beigeordneter und Schuldezendent des Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Nach der Gansbachtalschule in Lixfeld, die bereits im vergangenen Jahr in das Projekt startete, sind in diesem Jahr neben Gladenbach auch an den Beruflichen Schulen in Kirchhain, der Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf und der Adolph-Diesterweg-Schule in Weidenhausen insgesamt 2300 Quadratmeter Rasenfläche in Blumenfläche verwandelt worden.

Das Projekt soll weitergeführt werden

Und das hat nicht nur ästhetische Gründe. „Es gibt immer weniger Lebensräume für Insekten wie beispielsweise Bienen oder Schmetterlinge“, sagte McGovern. Der Landkreis nahm deshalb in den vergangenen Monaten seine Liegenschaften genau unter die „ökologische Lupe“. Das heißt, sämtliche Außenflächen wurden - auch digital - erfasst und durch zwei Mitarbeiter über das Modell „Bürgerarbeit“ des Kreisjobcenters überprüft. Die Hauptfrage: Können diese Flächen anders bewirtschaftet werden, um so einen nachhaltigen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

Fündig wurden sie unter anderem an den genannten Schulen. Zusammen mit engagierten Lehrern und deren Klassen wurde die bestehende Rasenfläche abgetragen, der Boden für die Einsaat vorbereitet und dann je nach Bodenbeschaffenheit Ende April neu eingesät. „Auch in den nächsten Jahren werden dort Wiesenblumen wieder wachsen. Aber das Bild der Wiesen wird sich verändern“, sagte Dr. Manuel Klang, der als Biologe federführend an dem Projekt beteiligt ist.

Genau das - die Veränderung von der Aussaat bis zur Blüte aber auch die Vergleiche zu den Vorjahren - liegt im pädagogischen Interesse der Europaschule, sagte Schulleiter Michael Prötzel. „Die Schüler können genau beobachten, wann sich was verändert. Und sie haben durch ihr eigenes Engagement dazu beigetragen“, sagte Prötzel.

Auch in den kommenden Jahren soll das Projekt an weiteren Schulen fortgesetzt werden. Ein netter Nebeneffekt: Die Blumenwiesen müssen nur noch einmal pro Jahr gemäht werden, also deutlich seltener als Rasenflächen. Für Hausmeister und Objektpfleger ergeben sich so mehr Freiräume, um andere Bereiche intensiver zu betreuen.

von Andreas Arlt

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