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Blista und Uni bilden gemeinsam weiter

Weiterbildung Blista und Uni bilden gemeinsam weiter

Die Blindenstudienanstalt und die Universität kooperieren künftig noch enger in Sachen Weiterbildung: Gestern wurde im Uni-Verwaltungsgebäude ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.

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Blista-Direktor Claus Duncker und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause unterzeichnen den Vertrag, beobachtet von Stephan Peters (hinten von links, Stiftung Deutsche Blindenstudienanstalt), Professor Eckard Rohrmann, Dekan Fachbereich Erziehungswissenschaften, Pädagogik-Professor Wolfgang Seitter, Bernd Höhmann (Vorsitzender des Blista-Verwaltungsrats), Pädagogik-Professorin Heike Schnoor und Sabine Lauber-Pohle vom Projekt „Weiterbildung Mittelhessen“. Foto: Uni-Pressestelle/Reinhold Ec

Marburg. Die Philipps-Universität und die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista) intensivieren ihre Zusammenarbeit. Gestern haben Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und blista-Vorsitzender Claus Duncker einen bis 2017 gültigen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst die Entwicklung und Einrichtung eines neuen Zertifikatskurses „Grundlagen inklusiver Bildung bei Blindheit und Sehbehinderung“, der im November 2014 starten wird. Außerdem soll der bundesweit einmalige berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang „Blinden- und Sehbehindertenpädagogik“ fortgeführt werden, den die Blista und die Universität gemeinsam seit 2010 anbieten.

Thematisch geht es unter anderem darum, wie die Teilhabe von Blinden und Sehbehinderten in der Gesellschaft nach der Schule funktioniert. Das umfasst die Frage, wie sie im Berufsleben integriert werden ebenso wie das Thema „Sehbehinderte im Alter“. Zu letzterem Thema gab es zwei Studien an der Marburger Uni. Zudem sind weitere Forschungsvorhaben geplant.

Die Weiterbildungskurse an der Uni finden meistens in Blockseminaren vorzugsweise an Wochenenden statt. „Die Teilnehmer im Alter zwischen Ende 20 und 50 haben teilweise seit Jahrzehnten Berufserfahrung vorzuweisen und haben eine hohe Motivation“ erläutert Professor Wolfgang Seitter, Beauftragter der Uni Marburg für wissenschaftliche Weiterbildung. Unterrichtet werden sie von Dozenten der Uni, die dafür eine Nebentätigkeit angemeldet haben, und von externen Lehrkräften.

Der Weiterbildungs-Masterstudiengang zur Blinden- und Sehbehindertenpädagogik ist ein bundesweit einmaliger, berufsbegleitender und kostenpflichtiger Studiengang im Bereich der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik. Neben den sonder- und rehatypischen Inhalten einer sonderpädagogischen Zusatzqualifikation liegt der Schwerpunkt auf zwei Spezialisierungen der Marburger Erziehungswissenschaften: Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung sowie Beratung.

Kooperation soll neueFelder erschließen

In dem neuen Angebot erwerben die Zertifikatsteilnehmer berufsbegleitend Kenntnisse in Feldern wie Pädagogik und Soziologie der Rehabilitation und Inklusion oder Grundkenntnisse in Psychologie und Diagnostik bei Blindheit und Sehbehinderung. Den Rahmen für diese Lehrangebote bildet „Weiterbildung Mittelhessen“, ein Verbundprojekt der drei mittelhessischen Hochschulen. Es wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert. Koordiniert werden beide Angebote von einer gemeinsam finanzierten Kooperationsstelle, die auch für künftige forschungs- und lehrbezogene Kooperationsprojekte verantwortlich ist.

„Der Vertrag ist ein herausragender Meilenstein in der langen und erfolgreichen Zusammenarbeit beider Institutionen“, betonte die Uni-Präsidentin. Professor Seitter erläuterte: „Der Vertrag trägt dazu bei, die bisherige Kooperation in Forschung, Lehre und Weiterbildung weiter zu vertiefen und neue Handlungsfelder zu erschließen.“ Durch die Kooperation werde Marburg zu einem der wichtigsten Kompetenzzentren in der Pädagogik und Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland, so Duncker.

von Manfred Hitzeroth

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