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Blista baut für Montessori-Schüler

Einweihung Blista baut für Montessori-Schüler

Das neue Gebäude für die Montessori-Schule auf dem Campus der Blindenstudienanstalt (Blista) ist nach 14 Monaten Bauzeit fertig.

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Landrätin Kirstin Fründt (links), Blista-Chef Claus Duncker, Dr. Imke Troltenier und Dr. Kerstin Weinbach Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. Es sei ein ganz besonderes Vorhaben, das mit der Fertigstellung dieses um zwei Etagen vergrößerten Hauses einen großen Schritt vorangekommen ist, nämlich „die erstmalige Inklusion andersherum“, wie es der Schulleiter des Carl-Strehl-Gymnasiums, Jochen Lembke nennt.

Das Gymnasium für Blinde allein ist eine spezielle Institution in Sachen Behindertenausbildung, „diese Einrichtung ist in Deutschland einmalig und genießt weit über die Landesgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf,“ bemerkte dazu Landrätin Kirsten Fründt (SPD) im Rahmen der Eröffnungsrede. In dem neuen Gebäude werden die sehbehinderten Gymnasiasten allerdings nicht mehr die einzigen Schüler sein, es dient auch als neues Gebäude der Montessori-Schule. Deren 26 Kinder sind derzeit auf zwei Lerngruppen verteilt, einmal die Klassen eins bis drei und dazu die Klassen vier bis sechs, da nach der Idee der Montessori-Pädagogik mehrere Altersgruppen gemeinsam ausgebildet werden. Das dieses Konzept funktioniert, demonstrierten die neu eingezogenen Schüler im Rahmen der Eröffnungsfeier mit eigenen musikalischen Einlagen.

Die Konstruktion der zwei neuen Stockwerke bedeutete für das verantwortliche Architekturbüro nach eigenen Anhaben „einiges an besonderem Planungsaufwand“, denn schließlich sollten die Grundmauern aus den fünfziger Jahren, sowie die Küche erhalten bleiben. Darüber hinaus musste das neue Gebäude das von 900 auf 1250 Quadratmeter vergrößert wurde, strenge Brandschutz-vorschriften erfüllen und natürlich sehbehindertengerecht sein.

„Es ist diese konsequente Barrierefreiheit, welche die Einrichtungen der Blista generell auszeichnet und die als grundlegender Ansatz mit den Jahren, auch Marburg als Stadt geprägt hat“, lobte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) diese Anstrengungen.

„Die Gesamtkosten dieses Großprojekts beliefen sich auf rund 2.2 Millionen Euro, dafür wird das Gebäude nun eben als Montessori-Schulgebäude und gleichzeitig für die IT-Ausbildung der Carl-Strehl-Schüler genutzt und wir werden den großen Gemeinschaftsraum für Tagungen verwenden,“ erläuterte Blista-Chef Claus Duncker.

Der nächste große Schritt in Richtung „Inklusion andersherum“, wäre der gemeinsame Unterricht der Schüler, allerdings ist dies zunächst noch ein theoretischer Ansatz. „Wir haben es hier schließlich einerseits mit Sehbehinderten zu tun die nach den klassischen Grundsätzen von Gymnasien unterrichtet werden und andererseits mit nicht Sehbehinderten, die schon durch die Altersgrupen ganz anders organisiert sind,“ gab Jochen Lembke zu bedenken. „Dennoch hoffen wir natürlich, auch diesen Schritt eines Tages mal gehen zu können.“

von Marcus Hergenhan

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