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Blista-Schüler ziehen in ehemaliges Möbelhaus ein

Marburg Blista-Schüler ziehen in ehemaliges Möbelhaus ein

Im früheren Möbelhaus Leimbach im Südviertel sowie in einem Haus in der Uferstraße werden derzeit weitere Wohngruppen für sehbehinderte Internatsschüler gebaut.

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Bis Mitte August sollen die Umbauarbeiten am früheren Möbelhaus abgeschlossen sein.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Das frühere Möbelhaus Leimbach an der Ecke Gutenbergstraße/Liebigstraße wird derzeit grundlegend umgebaut. Die Stiftung der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) hat das Haus gekauft und vermietet es an die Blindenstudienanstalt, die dort Wohngruppen für zunächst 16 sehbehinderte Internatsschüler errichten will. „Bei uns ist die 300er-Marke erreicht worden“, erklärte Blista-Pressesprecher Rudi Ullrich auf Anfrage der OP.

Immer mehr blinde und sehbehinderte Schüler aus ganz Deutschland besuchen die Carl-Strehl-Schule – in Deutschland das einzige grundständige Gymnasium für Sehbehinderte – und ziehen in das Internat der Schule ein. Zum neuen Schuljahr werden 260 von 300 Schülern das Internat besuchen. Mit ein Grund für diesen Trend sei, dass die staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft an G 9 festgehalten hat.

Viele sehbehinderte Schüler kämen mit der verkürzten Schulzeit – G 8 – an regulären Schulen nicht klar, so Ullrich. Ein anderer Grund für die Zunahme an Schülern sei wohl, dass die Blista deutschlandweit immer bekannter wird. Das bestätigt auch Arno Kraußmann, kaufmännischer Vorstand der Blista.

Das Internat mit seinen rund 50 Wohngruppen ist in der Innenstadt verteilt. „Die Schüler sollen einen ganz normalen Schulweg haben, den sie selbstständig meistern und wohnen daher bewusst nicht nahe der Schule“, erklärt Ulrich. Nur die jüngsten Schüler wohnen in der Nähe der Blista beziehungsweise Carl-Strehl-Schule, die sich Am Schlag befindet.

Das Gebäude im Südviertel ist das erste Haus, das die 2001 gegründete Stiftung gekauft hat. „In der Nähe befinden sich Geschäfte und Bushaltestellen, daher ist die Lage optimal für unsere Schüler“, sagt Kraußmann. Derzeit müsse unter Hochdruck gearbeitet werden, damit die Wohnungen bis Ende der Sommerferien bezugsfertig sind.

„Im Möbelhaus befanden sich keine Küchen und keine Badezimmer. Das muss jetzt alles noch eingebaut werden“, erklärt Kraußmann. Das Dach müsse ebenfalls grundlegend saniert werden, im nächsten Jahr soll auch das Dachgeschoss so umgebaut werden, dass dort Schüler wohnen können.

In jeder Wohngruppe mit minderjährigen Schülern wohnen auch Betreuer, erklärt Kraußmann. Unklar sei bisher, was mit der bisherigen Ladenfläche im Erdgeschoss passiert. Es gebe bereits Interessenten, die diese Fläche mieten möchten, sagte Kraußmann. Eine andere Möglichkeit sei, dort ein Weiterbildungs- und Beratungszentrum aufzubauen, sagte Ullrich. Beide Blista-Mitarbeiter erklärten, dass die Entscheidung in den nächsten Wochen gefällt werde.

„Priorität hat für uns, dass die beiden mittleren Geschosse rechtzeitig vor Schulbeginn fertig werden“, betonte Kraußmann. Weiterer Wohnraum für fünf Blista-Schüler wird derzeit auch im Dachgeschoss in der Uferstraße 10 geschaffen. Dieses Haus hatte die Blista bereits vor etwa zwei Jahren gekauft.

von Anna Ntemiris

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