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Blista-Schüler lernen Bogenschießen

Weidenhausen Blista-Schüler lernen Bogenschießen

Blinde und Sehbehinderte der Blista Marburg waren lernbegierig und hatten viel Spaß beim Bogenschießen auf der Schießsportanlage des Turnvereins Weidenhausen.

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Mit Orientierungshilfen können auch Blinde und Sehbehinderte das Bogenschießen üben.

Quelle: Herbert Lenz

Weidenhausen. Das traditionelle Bogenschießen wird von immer mehr Menschen als Sportart entdeckt, die neben den harmonischen Bewegungsabläufen auch die meditative und geistige Entwicklung fördert. Der Aufenthalt in der freien Natur und der Umgang mit natürlichen Materialien sind wichtige Elemente, die das Bogenschießen zu einem ganzheitlichen Familienfreizeiterlebnis werden lassen.

Dass Blinde mit einem Kleinkalibergewehr schießen können, verdanken sie einer Zielvorrichtung mit akustischem Signal. Eine weitere Schießsportart, das Bogenschießen nämlich, erschien bisher wegen anderer Voraussetzungen beim Zielen nicht möglich. Doch es gibt Möglichkeiten, den Zugang zu dieser Sportart für Blinde und Sehbehinderte zu öffnen. Nötig ist die gewöhnliche Schießausrüstung und zusätzlich eine Ziel- und Orientierungshilfe – das „Blind Touch“.

Seit einem Jahr bieten Oliver Einloft und Martin Giese auf der Schießsportanlage des TV Weidenhausen Kurse für Sehbehinderte und Blinde an. „Bogenschießen ist ein Wahlpflichtfach“, erzählen die beiden engagierten Lehrer der Carl-Strehl-Schule in Marburg. 15 Schüler der Schulsportklasse 10 lernten jetzt in Kooperation mit Ingo Becker vom Budo-Club Samurai in Gönnern einen Pfeil über eine Entfernung möglichst genau in ein Ziel zu bringen. Dazu entwickelten die Schüler eine Schusstechnik, die Körperhaltung, Handhabung, Zuglänge und Einschätzung der Flugbahn des Pfeils umfasst.

„Es handelt sich um ein Unterrichts-Projekt mit Vereinen in der Region. Wir versuchen, den Sehbehinderten und Blinden Zugang zu vielfältigen Sportarten zu bieten. Die Schüler bekommen etwas geboten, was ihr Leben bereichert“, ergänzen Einloft und Giese. Diese Kurse sollen aufrechterhalten bleiben, denn die Kooperation mit dem TV Weidenhausen sei fruchtbar. „Ich bin total froh, dass die Schule so eine Sportart anbietet, weil man als Blinder und Sehbehinderter sonst keine Möglichkeit hat, das auszuprobieren. Die Erfahrung ist spannend, und es ist super, dass es Lehrer gibt, die uns das beibringen“, sagt der 18-Jährige Roman Voronjanski.

von Herbert Lenz

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