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Blinden klagen über Hindernisse

Ketzerbach Blinden klagen über Hindernisse

Blinde Menschen sehen sich im Alltag mit vielen Hindernissen konfrontiert. Einige davon sind vermeidbar, meint Leserin Christiane Berlin.

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Blinde und Sehbehinderte klagen über Hindernisse in der Ketzerbach wie Aufsteller und Sonnenschirme.Foto: Peter Gassner

Marburg. Wiederholt hatte Berlin beobachtet, wie Blinde auf der Ketzerbach gegen die Werbe-Aufsteller eines indischen Restaurants gestoßen waren, da sie die unten offenen Schilder nicht mit ihrem Blindenstock ertasten konnten. Es gäbe ein hohes Gefahrenvermeidungspotenzial, sagt sie und bezeichnet das Verhalten des Restaurantbesitzers als „menschenverachtend“.

Neben den Werbe-Aufstellern stellt laut Berlin auch ein großer Sonnenschirm mit Betonfuß ein Hindernis dar und in den letzten Tagen hätte sie bemerkt, dass eine Menge von Stühlen für den kommenden Sommer bereitstünden. „Man hat den Eindruck, dass noch mehr Platz genommen werden soll“ findet die Leserin.

In der Ketzerbach verläuft die Hauptroute für die Schüler der nahegelegenen Carl-Strehl-Schule, wodurch die Straße einen besonderen Stellenwert für Blinde besitzt. Rudi Ullrich von der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) appelliert daher ebenfalls an die Ladenbesitzer „ein bißchen darauf zu achten, dass es nicht zu eng wird“.

Gleichzeitig räumt er jedoch ein, dass die Ketzerbach so angelegt sei, dass einiges an Platz vorhanden ist und zeigt Verständnis für die Interessen und Zwänge der Gastronomen. „Wir kennen die Realität“, so Ullrich, „unser Wunsch ist allerdings, dass es nicht so extrem gemacht wird“.

Der Besitzer des Restaurants pocht indes auf sein Recht im Bereich von zwei Metern Schilder aufstellen zu dürfen und verweist auf das Ordnungsamt. Ralf Laumer, Pressesprecher der Stadtverwaltung, bestätigt dies und gibt zu bedenken, dass die Stadt sich in der Frage bereits an die Blista gewendet habe.

Mit einer Mobilitätstrainerin der Blindenstudienanstalt sei man die Strecke abgegangen und eine Gefährdung sei nicht festzustellen gewesen. Grundsätzlich aber „ist es immer gut, wenn jemand aufmerksam ist“, hält Laumer abschließend fest.

von Peter Gassner

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