Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Blick hinter einst verschlossene Türen

Städtepartnerschaft Blick hinter einst verschlossene Türen

Im Mai hatten Marburg und Eisenach das 25-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft gefeiert. Die städtische Freundschaft beginnt jedoch weitaus früher.

Voriger Artikel
Gericht: Priester hat "Seele eines Kindes zerbrochen"
Nächster Artikel
Auto rammt Motorrad

Das in der DVD gezeigte Foto dokumentiert die inoffiziellen Verhandlungen über eine Städtepartnerschaft im März 1987 in Eisenach mit dem dortigen Bürgermeister Joachim Klapcynski (links) und Marburgs Oberbürgermeister Hanno Drechsler

Marburg. „Es ist eine besondere Verbindung, sowohl zwischen den Städten wie auch beiden Bundesländern“, betonte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Beide Städte unterstützten das Filmprojekt, das die Entwicklung der Partnerschaft dokumentiert, die zu Beginn vor allem durch eine gemeinsame Vergangenheit mit der heiligen Elisabeth sowie den Marburger Religionsgesprächen zur Zeit der Reformation geprägt wurde.

Der Film „Städtepartnerschaft Marburg-Eisenach - Eine historische Verbindung“ handelt von Geschichte und Entstehung der städtischen Gemeinschaft. Von den lange vor 1988 bestehenden Kontakten, über deren vorübergehende Stagnation durch DDR-Regime und Mauerbau bis zur Gründung der Partnerschaft und dem 25. Jubiläum im Jahr 2013.

Zu diesem Zweck wurden Erfahrungsberichte zahlreicher Zeitzeugen aus Politik und Stadtverwaltung aufgenommen, welche die Geschichte besonders lebendig gestalten. Unter anderem wurden Erhart Dettmering, Chronist und ehemaliger Pressesprecher der Stadt Marburg sowie Dr. Hans-Peter Brothum, ehemaliger Oberbürgermeister von Eisenach, interviewt. Für eine dauerhafte Städtepartnerschaft setzte sich vor allem der ehemalige Marburger Oberbürgermeister Hanno Drechsler während seiner Amtszeit (1970 bis 1992) ein. Nach mehreren ergebnislosen, vom DDR-Regime unterbundenen, Kontaktaufnahmen, fanden im Jahr 1987 schließlich Vertragsverhandlungen statt, bei denen Eisenach dem Partnerschaftsvertrag zustimmte. Im folgenden Jahr konnte offiziell eine der ersten deutsch-deutschen Städtepartnerschaften geschlossen werden. Die Originalfilmaufnahmen dieser Gespräche sowie viele weitere wurden ebenfalls in dem Dokumentarfilm verarbeitet.

Nicht zuletzt machten zudem diverse nicht offizielle Aufnahmen der Verhandlungen „hinter verschlossenen Türen“ den Film einmalig, sagt Dettmering mit einem Schmunzeln. Außerdem werden zahlreiche Bilder und Videos aus beiden Städte von historischen Bauten, Plätzen oder Festen gezeigt, teilweise noch in Schwarz-Weiß-Aufnahmen. So sind seltene Filmausschnitte wie das Marburger Brunnenfest von 1961 zu sehen, an dem eine der letzten Delegationen aus Eisenach teil nahm.

Des weiteren erzählen Zeitzeugen über persönliche Erfahrungen und Eindrücke zur Zeit des Mauerfalls, als viele ehemalige DDR-Bürger nach Marburg kamen.

Produziert wurde die DVD vom Medienunternehmen „art & weise“. Geschäftsführer Matthias Kirchhoff stellte den Film am Donnerstag vor. Ein halbes Jahr dauerte die Produktion der DVD. Die alten Aufnahmen und Videos wurden aufwendig digitalisiert und mit den zahlreichen Erfahrungsberichten zu einem aussagekräftigen Dokumentarfilm zusammen gefügt.

Der Film dauert etwa 60 Minuten und kostet 11,95 Euro. Erhältlich ist die DVD beim Fachdienst Personal-, Organisations- und Beteiligungsmanagement in der Barfüßerstraße, beim Fachdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus sowie bei der Marburg Tourismus und Marketing GmbH am Pilgrimstein.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr