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Birgit Götz braucht eine Stammzellenspende

DKMS Typisierungsaktion Birgit Götz braucht eine Stammzellenspende

Sie ist erst 40 Jahre alt, hat zwei kleine Kinder und kämpft gegen eine tödliche Krankheit - mit ihrer Familie, Freunden und Nachbarn.

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Marburg. „Es fing an mit Rückenschmerzen. Sie wurden immer schlimmer, bis ich nicht mehr laufen konnte“, erinnert sich Birgit Götz. Bei einem MRT im Uniklinikum fanden die Ärzte schließlich einen Tumor an ihrer Wirbelsäule. Diagnose: Blutkrebs. Eine Krebsform, an der Menschen im Durchschnitt erst mit etwa 70 Jahren erkranken. Nur eine Stammzellentransplantation kann sie dauerhaft heilen.

Birgit Götz hat zwei Kinder. Eine sechsjährige Tochter und einen neunjährigen Sohn. Sie arbeitet als Lektorin beim Born-Verlag. Der verlegt Bücher für die christliche Kinder- und Jugendarbeit. Sie schreibt auch selbst und hat einen Bibel-Rätsel-Block für Kinder veröffentlicht. Ihr ganzes Leben mit Arbeit, Familie und ehrenamtlichem Engagement beim CVJM Michelbach kam im Juni mit der Diagnose zum Stehen.

Wie geht eine Familie mit so einer schrecklichen Diagnose um? „Wir haben es zuerst unseren Kindern erklärt. Und danach haben wir auch mit allen anderen sehr offen über meine Krankheit gesprochen“, sagt Birgit Götz. Sie und ihr Mann wollten es den Menschen in ihrem Umfeld möglichst leicht machen, ihnen die Angst nehmen, auf die Kranke und ihre Familie zuzugehen.

Soziales Netz greift

Nachdem der Tumor herausoperiert worden war, entzündete sich die Wunde. Birgit Götz musste zweieinhalb Monate im Krankenhaus bleiben. An Sommerurlaub war nicht zu denken.

Der Arbeitgeber ihres Mannes, der CVJM-Westbund, gab dem Vater den nötigen Freiraum, sich um seine Familie zu kümmern. Birgit Götz‘ Eltern, Freunde der Familie und Nachbarn standen sofort an ihrer Seite. „Wir haben eine geniale Nachbarschaft. Sie haben in einen Plan eingetragen, wer was gut kann oder gerne macht und unterstützen uns Tag für Tag“, sagt Götz. Der eine helfe im Garten, die andere koche mal ein Mittagessen oder helfe im Haushalt. Darüberhinaus haben sechs Freundinnen die Initiative „Lebensretter für Birgit gesucht“ ins Leben gerufen. Sie laden mit Unterstützung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und der zukünftigen Landrätin Kirsten Fründt die Menschen aus Michelbach und dem ganzen Landkreis ein, sich als Knochenmarkspender registrieren zu lassen. Denn noch wurde in der Kartei trotz weltweiter Suche kein Spender gefunden, der genau zu Birgit Götz passt.

Wegen der Rückenschmerzen, den Belastungen der Chemotherapie und Arztbesuchen ist Birgit Götz auf Unterstützung angewiesen. Aber neben den Menschen, die der Familie beigesprungen sind, gibt es eine weitere Stütze: „Wir sind Christen. Das hilft uns sehr. Wir können unsere Trauer, Hoffnungslosigkeit und Wut zu Gott bringen“, sagt Götz.

von Thomas Strothjohann

Typisierungsaktion in Michelbach:

Am Sonntag, dem 10. November 2013, können Sie sich von 11:00 bis 17:00 Uhr im Bürgerhaus Michelbach, Am Lorch 4, 35041 Marburg typisieren lassen. Falls Sie da keine Zeit haben, geht es aber auch von zu Hause aus.www.dkms.de

Das sollten Sie über die Stammzellenspende wissen:

OP: Was passiert bei einer Knochenmark- oder Stammzellentnahme?

Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei:  Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren: 1. Seltener durchgeführt wird inzwischen die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Stammzellgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm (nicht Rückenmark!) entnommen wird. Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach. 2. Die wesentlich häufigere Methode (80 Prozent) ist die periphere Stammzellentnahme: Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt.

OP: Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht?

Steinbauer: Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 kg wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind unter anderem schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D oder auch chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes. Für Detailfragen steht am Aktionstag ein DKMS- Betreuer vor Ort zur Verfügung.

OP: Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?

Steinbauer:  Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Das Blut wird anschließend in einem Labor typisiert. Für den Spender ist das am Aktionstag eine Sache von 5-10 Minuten und ein kleiner Pieks. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können.

OP: Wonach wird die Blutprobe untersucht?

Steinbauer:  Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale des Blutes bestimmt. Die Befunde werden anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

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