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Biologie-Neubau ist auf Eis gelegt

Universität Biologie-Neubau ist auf Eis gelegt

Der von den Uni-Biologen auf den Lahnbergen dringend benötigte Neubau des Fachbereichs-Gebäudes ist auf unabsehbare Zeit verschoben, teilte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause mit.

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Das Gebäude des Fachbereich Biologie ist dringend sanierungbedürftig.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ein Neubau des Biologie-Gebäudes auf den Lahnbergen ist in weite Ferne gerückt. Das teilte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause jetzt im Uni-Senat mit. Ursprünglich hatte die Uni-Leitung gehofft, den Neubau im Zeitraum zwischen 2021 und 2026 auf den Weg zu bringen.

Dafür hätte die Philipps-Universität allerdings Mittel aus der Hochschulbauförderung des Landes Hessen benötigt. Doch diese Finanzierung wird jetzt nicht so hoch ausfallen, dass der Biologie-Neubau damit gestemmt werden könnte, machte die Präsidentin deutlich. Anfang des Monats hatte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden bekanntgegeben, dass das bis 2020 laufende Förderprogramm „Heureka“ eine Fortsetzung erfahren soll. Für insgesamt 13 Hochschulstandorte steht in dem Zeitraum von 2021 bis 2026 eine Gesamtsumme von einer Milliarde Euro zur Verfügung. Auf die Bauvorhaben an der Uni Marburg sind genauso wie für die benachbarte Uni Gießen jeweils 110 Millionen Euro eingeplant - und somit mehr, als die Universitäten Frankfurt, Darmstadt oder Kassel erhalten.

Eigentlich ist die Marburger Uni-Präsidentin sehr zufrieden darüber, dass die Landesregierung mit diesem langfristigen Finanzierungsversprechen eine Zusage aus der schwarz-grünen Koalitionsvereinbarung einhält. „Die Universitäten begrüßen es sehr, dass das Land schon frühzeitig klare Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Hochschulbaumaßnahmen an allen Standorten schafft“, sagte Krause in ihrer Eigenschaft als Sprecherin der Konferenz hessischer Uni-Präsidenten. Sie gestehe auch zu, dass diese Zusage in Zeiten der Schuldenbremse einen finanziellen Kraftakt darstelle.

Jedoch kann sie als Marburger Uni-Präsidentin nicht hundertprozentig zufrieden sein. Denn das wichtige Projekt, den Biologen der Hochschule ein modernisiertes Gebäude zur Verfügung zu stellen, ist damit entscheidend erschwert. „Der Ausbau des Campus Lahnberge verzögert sich erheblich“, sagte Krause jetzt im Senat. Schon im Februar 2014 hatte die Präsidentin das Biologie-Gebäude als „unser größtes Sorgenkind“ auf den Lahnbergen bezeichnet.

Ähnlich wie das jetzt nicht mehr in Betrieb befindliche Chemie-Gebäude, das vor wenigen Monaten durch einen Neubau ersetzt wurde, wurde Anfang der 70er Jahre errichtet und ist jetzt sehr marode. Eigentlich würden die Biologen ein neues energieeffizientes Gebäude benötigen. Nachdem eine Sanierung des Gebäudes bei laufendem Betrieb ausgeschlossen wurde, prüfte das Präsidium zuletzt zwei Alternativen: entweder einen Neubau oder den Umzug der Biologie in den dafür dann komplett sanierten unter Denkmalschutz stehenden Chemie-Altbau auf den Lahnbergen. Doch für beide Möglichkeiten würde die Uni mindestens genau soviel Geld wie für den Neubau Chemie benötigen - also mehr als 100 Millionen Euro. Damit wäre die ­„Heure­ka 2“-Summe schon fast komplett aufgebraucht.

Doch für den Zeitraum der nächsten „Heureka“-Förderperiode hat die Marburger Uni noch eine Reihe von dringend umzusetzenden größeren Bauvorhaben, wie Krause der OP erläuterte. Dazu zählt sie die Sanierung des Savigny-Hauses in der Universitätsstraße, in der die Juristen untergebracht sind. Auch die Sanierung des Gebäudes der Wirtschaftswissenschaftler (frühere Uni-Bibliothek) gegenüber vom Kaufhaus Ahrens zählt Krause zu den Pflichtaufgaben mit Priorität. Zudem müssen auf den Lahnbergen Räumlichkeiten für die vorklinischen Fächer geschaffen werden, die im Zuge der Schaffung des „Campus Firmanei“ vom Lahntal auf die Lahnberge ziehen sollen.

„Sanierung für Zwecke der Lebenswissenschaften und der Medizin sowie Komplettierung des innerstädtischen Campus Firmanei“: Das sind jetzt die Projekte, die mit Teil zwei des „Heureka“-Programms angeschoben werden.

Für den Fachbereich Biologie ist der Verzicht auf die Neubaupläne keine erfreuliche Nachricht, wie Biologie-Dekan Professor Michael Bölker der OP auf Anfrage sagte. Denn in den kommenden fünf Jahren stehen mehr als zehn Neuberufungen von Professoren an. Die Verantwortlichen des Fachbereichs hatten gehofft, diesen neuen Professoren mit der Aussicht auf einen Neubau in einigen Jahren den Start in Marburg schmackhaft zu machen. Nun muss improvisiert werden. So kündigte die Präsidentin an, dass die Uni viel Geld in die Hand nehmen werde, um für die neuen Professuren im Altgebäude Teilbereiche zumindest im Inneren zu sanieren. Die dringend benötigte Fassadensanierung des Gesamtgebäudes wird aber zunächst nicht erfolgen.

von Manfred Hitzeroth

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