Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Bimmelbahn: Neue Route ruft Kritiker auf den Plan

Schlossbahn Bimmelbahn: Neue Route ruft Kritiker auf den Plan

Die neue Streckenführung der Schlossbahn über Rotenberg, Calvinstraße, Sandweg und Köhlersgrundgasse zieht die Kritik der "Bürger für Marburg" (BfM) auf sich. OB Egon Vaupel (SPD) gesteht, dass einige Anwohner nicht glücklich mit dem Streckenverlauf sind. Es gebe "gemischte Reaktionen".

Voriger Artikel
Jederzeit bereit für die Flucht
Nächster Artikel
Eltern sehnen Ende der Arbeiten herbei

Geleitschutz durch die Behörden? Die Marburger Bimmelbahn rollt durch die Barfüßerstraße, weiter über Rotenberg, Calvinstraße und Sandweg soll sie zum Schloss fahren. Zurück soll es über Paul-Ehrlich-Weg, Köhlersgrundgasse und Ketzerbach gehen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Zu eng, kaum Ausweichmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer, Schleichweg für Autofahrer: Das ist das Urteil von Andrea Suntheim-Pichler, BfM-Stadtverordnete über die vom Magistrat vorgeschlagene Schlossbahn-Route. „Fußgänger im Sandweg müssen immer auf Flächen von anliegenden Privatgrundstücken ausweichen, was unweigerlich zu Problemen führen wird“, sagt sie. Durch die obere Calvinstraße und den Sandweg würde die Schlossbahn in den Monaten März bis Oktober ab 11.30 Uhr und bis zu fünfmal täglich zum Schloss hin und zurück fahren, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Wenn die Schlossbahn regelmäßig durch den Sandweg fahre, dort ein Heckenrückschnitt und die Entfernung der beiden Poller dies ermögliche, „besteht die Gefahr, dass auch Autofahrer diesen Weg als Fahrstrecke benutzen“, sagt Suntheim-Pichler. Grundsätzlich: Da der Sandweg ein Fußweg ist, sei zu klären, ob dessen Untergrund überhaupt für derartige Belastungen ausgelegt ist. „Wenn nicht, wer kommt für die Kosten auf?“ Betreffend des Bebauungsplanes für den Sandweg „muss die Frage gestellt werden, ob dieser im unteren Teil das Befahren mit Fahrzeugen in dieser Größe vorsieht.“ Wenn der Bebauungsplan im Sinne der Schlossbahn geändert werden müsste, „welche Signalwirkung hat dies auf ähnlich gelagerte Wege?“

Reaktionen "unterschiedlich ausgefallen"

Von einigen Anwohnern gibt es Kritik an dem Vorschlag. Das räumt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) ein. Die Reaktionen auf die Alternativroute seien „unterschiedlich ausgefallen“, sagt er. Jedoch: „Damit bietet sich aus unserer Sicht eine geeignete und die derzeit auch einzige Strecke an“, sagt das Stadtoberhaupt. Die Steigung liege an keiner Stelle über zwölf Prozent - dem gesetzlichen Maximalwert für Bimmelbahnen. Daher herrscht Zuversicht, dass der TÜV die Strecke genehmigt.

Auch OP-Leser sehen die Route kritisch. Klaus-Dieter Hotzenplotz schreibt auf Facebook: „Der Rotenberg ist eine Durchgangsstraße.“ Bereits wenn man vorschriftsmäßig fahre, habe man mit Gegenverkehr, etwa Transportern, enorme Probleme. „Die obere, nicht einsehbare Kurve mit Engstelle lässt es nicht zu, dass ein Traktor mit zwei Anhängern voller Menschen die Strecke gefahrlos fahren kann. Da wäre für das Abbiegen eine Ampel nötig.“

Einen Vorteil der Route über Rotenberg und Calvinstraße erkennen die BfM: Die Bahn würde nicht mehr mit 25 Km/h durch die Universitätsstraße fahren, sondern „als kleineres Übel“ durch die Marbach und Ketzerbach.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Schlossbahn im Sandweg
Bevor die Schlossbahn in den Sandweg abbiegen kann, muss der Fahrer den Sperrpfosten entfernen, der anderen Fahrzeugen die Zufahrt in den Fußgängern und Radfahrern vorbehaltenen Weg verwehrt. Foto: Tobias Hirsch

Die nach langem Hin- und Her gefundene Route der Schlossbahn, die abAnfang August befahren werden soll, stößt nicht nur auf Zustimmung. Die OP hat die Strecke abgefahren und zeigt, wo es eng werden könnte.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr