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Bildungshaus entsteht am "kalten Eck"

Grundstein gelegt Bildungshaus entsteht am "kalten Eck"

Der Verein BSJ will in dem neuen Bildungshaus,dessen Errichtung 700000 Euro kostet, Kindern die Natur näherbringen.

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Die Zeitkapsel, gefüllt mit Erinnerungsstücken des Tages, ersetzt den traditionellen Grundstein. Oberbürgermeister Egon Vaupel (von rechts) platzierte sie im Beisein von Geschäftsführer Jochem Schirp, der Leiterin des Büros integrale Planung Britta Lenz, Sparkassen-Vorstandsvorsitzendem Andreas Bartsch, Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Ortsvorsteher Dirk Vaupel.Foto: Marcus Hergenhan

Wehrda. So wirklich genutzt worden war sie eigentlich nie, die Liegewiese neben dem Wehrdaer Hallenbad, und das hatte gute Gründe, „man nennt sie ja auch das ,kalte Eck‘, diese Fläche neben unserem frisch renovierten Schwimmbad, welche unsere Vorväter glücklicherweise stets für eine gemeinnützige Verwendung freigehalten haben“, erklärte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) während seiner Ansprache zur Grundsteinlegung des Bildungshauses am Teufelsgraben.

„Jetzt endlich also wird dieses Gelände einem sozialen Zweck zugeführt, in unmittelbarer Nähe zu Schwimmbad, Schulen und dem Kindergarten, soll hier durch den BSJ ein Leuchtturm für Bildung entstehen“, sagte Vaupel. Eine der Ursachen für die kühlen Temperaturen ist letztendlich der dichte Wald, der das Gelände umsäumt. Eben dieser wird nun die Pädagogen bei ihrer Arbeit mit den Kindern in Zukunft unterstützen. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass es möglich war, die Besitzer dieser angrenzenden Waldgrundstücke davon zu überzeugen, dass ihre Flächen von den Kindern mit genutzt werden dürfen“, ergänzte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

Denn die Verbindung zwischen Natur und Bildung ist dem BSJ Marburg, welcher das Bildungshaus geplant hat und betreiben wird, besonders wichtig, schließlich ist dieser Grundsatz bereits im vollem Namen festgehalten: „Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit“.

Es geht darum, den Kindern mit dem etwas verloren gegangenen Kontakt zur Natur neue Anreize für eine bessere soziale und emotionale Entwicklung anzubieten. „Die Kleinen sollen lernen, dass Dreck und Pflanzen, eben Natur allgemein, nichts Ekliges sind, sondern ein Teil unseres Lebens“, umriss der Geschäftsführer des BSJ, Jochem Schirp, das Konzept. Zu diesem Zweck wurde das Gebäude, das einmal etwa 270 Quadratmeter Nutzfläche aufweisen wird, mit Bedacht in die Landschaft „hinein geplant“.

130000 Euro muss der Verein selbst aufbringen

„Die Fassade wird vollständig mit Holz verkleidet und es wird einen besonders großen, durchgängig hohen Raum geben, der ein Grasdach bekommt, dadurch soll sich das fertige Gebäude in einigen Jahren nahtlos in die Umgebung einfügen“, sagte die Planungsleiterin Britta Lenz.

Natürlich verursacht ein solches Gebäude auch Kosten, insgesamt sind das 700000 Euro. Glücklicherweise half Oberbürgermeister Vaupel allerdings nicht nur dabei, die Zeitkapsel, gefüllt mit Erinnerungsstücken des Tages, darunter auch die aktuelle Ausgabe der OP, als Ersatz für den klassischen Grundstein zu versenken. Die Stadt beteiligt sich auch mit 270000 Euro am Bau, weitere 300000 Euro kommen vom Land. Den Rest muss der Verein selber tragen, „wir sind daher über jede Spende äußerst dankbar“, sagte Schirp. Den Anfang machte dabei die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die an diesem Tag durch den Vorstandsvorsitzenden Andreas Bartsch vertreten wurde, welcher dem BSJ eine Spende von 10000 Euro zusicherte.

Der Grundstein ist also gelegt, die anwesenden Offiziellen und Vereinsmitglieder freuten sich über den glücklichen Start. Wenn alles nach Plan verläuft, werden sie sich in etwas weniger als einem Jahr am gleichen Ort wieder einfinden, dann nämlich soll das Gebäude eröffnet werden.

von Marcus Hergenhan

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