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Bilder aus einer fließenden Welt

Unterwasserfotografie Bilder aus einer fließenden Welt

Wer möchte das nicht auch mal: schwerelos durch kristallklare Gewässe paddeln und die Welt unter dem Wasserspiegel beobachten und mit der Kamera festhalten.

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Ein Zitronenhai mit Begleitern im Meer vor den Bahamas.

Quelle: Armin Trutnau

Gladenbach. Wer sich für Unterwasserfotografie interessiert und im Sommer an die Ostsee fährt, sollte einen kleinen Stopp in Stralsund in Erwägung ziehen. Im dortigen Meeresmuseum ist die eindrucksvolle Ausstellung „Schwerelos“ mit Unterwasseraufnahmen aus aller Welt zu sehen. Die Schöpfer dieser eindrucksvollen Momentaufnahmen kommen aus dem Landkreis.

Im Hauptberuf sind die aus der Eifel stammenden und in Gladenbach lebenden Birgit und Armin Trutnau promovierte Mediziner. Armin führt eine Orthopädie-Praxis in Herborn, seine Frau ist Dialyseärztin am Klinikum in Marburg. „Ja, man könnte von der Unterwasserfotografie auch leben“, sagen sie. Dennoch haben sie es, bei aller Liebe zu ihrem Hobby, nie darauf angelegt.

Vielleicht auch gerade deshalb. Denn wer seinen Lebensunterhalt so verdienen wolle, müsse sehr stark auf die Wünsche der Auftraggeber eingehen. Mal ein Tauchausrüstungs-Shooting dort, mal ein eng definierter Fotoauftrag dort: „Wir müssten einen Teil unserer Freiheit aufgeben, selbst zu entscheiden, wo und mit welchem Ziel wir tauchen wollen“, meinen die Gladenbacher. „Da ist es für uns leichter und erstrebenswerter, unser Geld als Ärzte zu verdienen und Tauchen und die Fotografie als Hobby zu betreiben“, lacht Armin Trutnau.

Die begeisterten Taucher Birgit und Armin Trutnau widmen ihrem Hobby, der Unterwasserfotografie, einen großen Teil ihrer Freizeit.

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Viermal im Jahr gehen die Trutnaus in der Regel urlaubend auf Tauchstation, zweimal mit den Kindern, und je zweimal allein. Dann bleibt ein Elternteil zu Hause bei den Kindern, der andere geht auf Reisen, sucht sich sein nächstes Projekt. Dass diese Reisen gut vorbereitet werden müssen, ist einleuchtend. Schließlich müssen auch Klima, Jahreszeiten und Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt und lohnende Tauchgründe gefunden werden.

Mal geht es nach Sumatra, wo die Tauch- und Unterwasserfoto-Passion der beiden so richtig begann, mal ins Rote Meer oder auf die Bahamas, aber auch die Ostsee oder heimische Seen sind Reviere, die die beiden Taucher lieben.

In Fachzeitschriften berichten sie über ihre Reisen beziehungsweise über die Objekte, die sie unter Wasser beobachtet und auf Chipkarte gebannt haben. So mache das noch Spaß und bessere die Reisekasse auf, sagt Birgit Trutnau.

Als aktive Mitglieder unterstützen sie auch den Marburger Tauchclub, sind mit der Kamera an Aktionstagen mit der Kamera im Schwimmbecken dabei oder auch an der Basis des Clubs, am Niederweimarer See. Ohne Kamera zu tauchen, das kommt bei Trutnaus kaum noch vor. „Dann fühlt sich meine ausrüstung unvollständig an, findet Birgit Trutnau.

Eindrücke sind schöner als Bilder

Was empfehlen sie, wenn jemand die Liebe zur Unterwasserfotografie packt? Das A und O ist die Tauchausbildung, wissen die erfahrenen Tauchsportler. Denn bei aller Faszination für die Schönheit der Unterwasserwelt müsse man immer auch die Risiken im Blick behalten und entsprechend handeln können. Kein Bild der Welt sei es wert, sich in Lebensgefahr zu begeben.

Was die Bilder angehe, können man für den Anfang auch schon mit einer Gopro-Actionkamera experimentieren, für die es wasserdichte Gehäuse gibt. „Wer es ernst meine, solle aber lieber gleich in eine vernünftige Ausrüstung investieren, die es auch gebraucht zu kaufen gibt“, rät Armin Trutnau: „Wer billig kauft, kauft zweimal“, das gelte auch in diesem Metier.

Im Hause Trutnau sucht man großformatige Bilder von den Tauchexpeditionen, bei denen die Fotografen auch oft erst im Nachhinein spannende Details entdecken, im Übrigen vergeblich. „Ich wüsste gar nicht, für welche Motive ich mich entscheiden sollte“, lacht Birgit Trutnau. Schöner als alle Bilder seien ja doch die Eindrücke im Wasser. Und davon will das Paar noch viele weitere sammeln.

Wer sich für die Fotos von Birgit und Armin Trutnau interessiert, findet im Internet auf unterwasserarchiv.de und unterwasserfotografen.de weitere Bilder und Kontakt zu den Gladenbachern.

von Michael Agricola

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