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„Biker sind oft religiöse Menschen“

Motorradgottesdienst „Biker sind oft religiöse Menschen“

Zahlreiche Motorradfahrer aus Marburg und Umgebung haben sich in der Michelbacher Martinskirche zum Zweiten Marburger Motorradgottesdienst getroffen.

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Die Band „GosPop“ bei ihrem Auftritt in der Michelbacher Martinskirche.

Quelle: Lisa Rösser

Michelbach. Mit einem rockigen Motorradgottesdienst läutete die Gemeinschaft der Marburger Motorradfahrer am Wochenende das Ende der Saison ein.

Viele Besucher kamen mit ihren Zweirädern sogar von weiter her, um noch einmal das wolkenlose Wetter zu einer herbstlichen Spazierfahrt zu nutzen, bevor die kalte Jahreszeit einsetzt.

So waren dann nicht nur die Ansprachen, sondern auch die musikalische Begleitung durch die Band „GosPop“, die sowohl mit schwungvollem Gospel als auch mit

Klassikern wie „Suspicious Minds“ von Elvis Presley auftraten, thematisch auf die Gottesdienstbesucher abgestimmt.

In ihrem Psalmgebet beschwor die Michelbacher Pfarrerin Barbara Grenz die Freiheit, spirituelle Erfahrung und Gottesverbundenheit, welche die Fahrer so sehr begeistert. Ganz ähnlich sieht es auch der sonst in der Lutherischen Pfarrkirche tätige Pfarrer Uli Biskamp, selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer und Läufer. Er betonte in seiner Ansprache jedoch auch die Lebensbereicherung, die der Mensch erfährt, wenn er sich nicht nur zur bloßen Zweckerfüllung fortbewegt, sondern um der Erfahrung selbst willen - nicht zuletzt der Nähe zu Gott und seiner Schöpfung wegen, in der man sich bewegt.

Die Gefahren klammerte er jedoch nicht aus, und so gedachten die Anwesenden auch ihrer bereits verstorbenen Weggefährten.

Das Motorradfahren als spirituelle Erfahrung beobachtet Pfarrer Uli Biskamp immer wieder: „Biker sind oft religiöse Menschen. Es ist vielleicht ähnlich wie etwa bei Bergsteigern oder anderen Gruppen, die Gefahr vor Augen haben“, meint er. Er und Pfarrerin Barbara Grenz sind sich auch über den Erfolg der Veranstaltung einig: „Für das zweite Mal sind wir echt zufrieden. Schönes Wetter, tolle Atmosphäre.“

Auch die Gäste zogen eine positive Bilanz. „Was schön ist, ist das Lockere, das find‘ ich gut. In Oberweimar waren wir auch dabei, aber da war das Wetter nicht so schön“, meint etwa Karin Schneider, die Vorsitzende der „Rollerfreunde Pfannheiss 1999“, deren Gruppe aus Niederweimar anreiste. Als Michelbacher ohne Motorradfahrer-Hintergrund fügte Stefan Muth hinzu: „Die Veranstaltung stellt auf jeden Fall einen Höhepunkt der Gemeinde dar. Ungewöhnlich war, dass sogar gesungen und getanzt wurde, das war nicht so langweilig wie sonst oft. Der Anteil an Michelbachern war sogar etwa die Hälfte.“

von Lisa Rösser

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