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Bewusste Ernährung liegt im Trend

Welt-Vegetarier-Tag Bewusste Ernährung liegt im Trend

Heute ist Welt-Vegetarier-Tag. Das Thema Ernährung wird immer wichtiger – gerade in Zeiten von Lebensmittelskandalen. Auch heimische Konsumenten achten vermehrt darauf, was sie essen.

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Ein Apfel gehört quasi zur Grundversorgung eines Vegetariers. Auch in Marburg spielt die vegetarische Ernährung für viele Menschen eine wichtige Rolle.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Marburg. An wen wendet man sich, wenn man etwas über Vegetarismus in Marburg erfahren möchte? Die erste Anlaufstelle ist die ortsansässige Regionalgruppe des Vegetarierbunds Deutschland.

Die Uni-Mensen sind für Vegetarier ausgelegt

Günter Babion, Leiter und einer der Begründer der seit 1992 bestehenden Gruppe, begann, wie viele andere, aus gesundheitlichen Gründen damit, seine Ernährung auf fleischfreie Kost umzustellen. Später motivierten ihn auch die schlechten Zucht- sowie Lebensbedingungen der Tiere und die daraus resultierende minderwertige Qualität des Fleisches, sein Essverhalten zu ändern. „Als ich in den 70er Jahren in Marburg studiert habe, gab es noch keine Angebote für Vegetarier“, sagt Babion. Seitdem hat sich viel geändert. In den Mensen der Universität Marburg gibt es heutzutage fast jeden Tag mindestens ein vegetarisches Gericht. Auch die Menü-Linie „mensaVital“, die mit hochwertigen, möglichst regional angebauten Zutaten wirbt, bietet einmal die Woche eine vegetarische oder vegane Variante an. Auf die hohe Nachfrage reagiert das Studentenwerk mit den genannten Angeboten, sagt Günter Babion. „Mittlerweile ist es nicht mehr schwierig sich in Marburg vegetarisch zu ernähren“, sagt der Leiter der Vegetariergruppe.

Auch in den meisten Restaurants Marburgs gibt es vegetarische Gerichte. Salat ist eigentlich überall zu haben und eine fleischfreie Pizza oder ein Nudelgericht beim Italiener zu finden ist für gewöhnlich kein Problem. Auch Indische Restaurants bieten viel vegetarische Kost an. Einige Lokale markieren auf ihrer Karte sogar extra die Gerichte für Vegetarier.

Auf den erhöhten Bedarf an Aufklärung zum Thema Vegetarismus geht auch die Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) mit Lehrplananpassungen und besonderen Aktionen ein. „Das Thema wird bei uns im Unterricht behandelt und rückt immer mehr in den Fokus“ sagt Monika Henschel, Abteilungsleiterin für Gastronomie an der KKS. Bei der Mittagsverpflegung der Schule wurde mittlerweile sogar ein wöchentlicher „Veggie-Day“ eingerichtet. An diesem kümmert sich jeweils eine Klasse selbstständig unter Anleitung ihrer Lehrer um die Verpflegung der Mitschüler. Dabei werden eigens angebaute Zutaten verwendet. Schüler, die im Ernährungsbereich tätig sein werden, werden somit schon früh an sensible Themen wie Vegetarismus herangeführt.

Vegane Kochbücher sind momentan in Mode

Doch nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im Einzelhandel bekommen Vegetarier und Veganer Aufmerksamkeit geschenkt. Wo man vor einigen Jahren noch in ausgewählte Läden gehen musste, sind heute Fleischersatzprodukte in jedem gut sortierten Supermarkt zu finden. Einkaufen können Vegetarier dabei von Tofu und Soja über Gemüseschnitzel bis hin zu vegetarischen Bratwürstchen fast alles, was das Herz begehrt.

Dass sich der vegetarische und vegane Trend nicht nur auf eine kleine Gruppe beschränkt, bestätigt auch Jenny Wernicke, Buchhändlerin aus Marburg. „Die Nachfrage nach Kochbüchern für Vegetarier und Veganer ist in den letzten Jahren enorm gestiegen“, sagt sie. Es sei aber auch eine Gegenbewegung zu spüren. Viele Menschen interessieren sich auch für Fleischgerichte vom Grill. „Was die beiden Gruppen gemeinsam haben, ist der Wille zur bewussten Ernährung“, sagt Wernicke. 

von Andreas Spielmeyer

Ovo-Lakto-Vegetarier essen weder Fisch noch Fleisch. Sie verzichten zum Beispiel auch auf Gelatine, essen aber Produkte von lebenden Tieren wie Milch und Honig.

Lakto-Vegetarier meiden Fleisch, Fisch und zusätzlich auch Eier.

Ovo-Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch sowie Milch und Milchprodukte.

Pescetarier essen kein Fleisch, aber Fisch.Veganer leben ohne tierische Produkte. Das gilt nicht nur für die Ernährung. Sie verzichten beispielsweise auch auf Leder und Wolle.

Frutarier wollen, dass Pflanzen nicht oder möglichst wenig geschädigt werden. Sie essen vor allem Fallobst und Nüsse.

Flexitarier sind Gelegenheitsvegetarier, die Wert auf gesundes Essen legen, Fleisch oder Fisch aber nicht kontinuierlich meiden.

Umfrage

Bernd Kranz (52), Krankenpfleger : Ich bin bereits seit 15 Jahren Vegetarier. Die gesundheitlichen Aspekte waren entscheidend. Seitdem ich mich vegetarisch ernähre, merke ich, dass es mir körperlich besser geht. Der Mensch braucht kein Fleisch zum Überleben. Auch die Zuchtbedingungen von Tieren haben mich umdenken lassen.

Max Wienert (21), Student: Ich esse liebend gerne Fleisch. Gerne würde ich hochwertiges Bio-Fleisch kaufen, aber als Student hat man dazu oftmals nicht die finanziellen Möglichkeiten. Aber jeder sollte selbst entscheiden, wie er sich ernähren möchte. Was ich nicht mag, sind Menschen, die versuchen anderen ihre Meinung hinsichtlich des Themas aufzuzwingen.

Gerda Jansonius (69), Rentnerin: Was meine Ernährung angeht, versuche ich Fleisch komplett zu vermeiden. Nur Fisch kommt bei mir ab und zu auf den Teller. Die Bilder von zusammen gepferchten Tieren schockieren mich enorm. Ich möchte mir keine Schuld aufladen. Ich habe meine Ernährung seit 5 bis 6 Jahren umgestellt.

Michael Herisz (22), Student : Seit einigen Tagen achte ich bewusst auf meine Ernährung und konsumiere keine Fleischprodukte mehr. Dies hat zum einen moralische, zum anderen aber auch gesundheitliche Gründe. Ich denke, dass zu viel Fleisch ungesund ist. Bisher bin ich auch mit den Angeboten von Supermärkten, was die Auswahl angeht, zufrieden.

Luisa Brunotte (19), Studentin: Bisher habe ich mir zu dem Thema noch gar nicht so viele Gedanken gemacht. Natürlich versuche ich mich bewusst zu ernähren und nichts im Übermaß zu essen. Aber ich achte nicht akribisch darauf, was ich esse und woher es stammt. Etwas Gemüse muss bei mir aber immer auf dem Teller sein.

Umfrage: Andreas Spielmeyer

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