Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Bewohner stellen ihr Waldtal vor

Soziale Stadt Bewohner stellen ihr Waldtal vor

Wie bringen Bürger sich in ihren Stadtteil ein - in Marburg oder in Fulda? Darum ging es beim Landesbewohnertreffen des Programms Soziale Stadt. Gastgeber war diesmal das Waldtal.

Voriger Artikel
Freie Wähler geraten unter Druck
Nächster Artikel
Von Plüschteddys und Patchworkdecken

Viele Ideen der Bewohner des Waldtals wurden mit den Bewohnern zusammen in dem Stadtteil umgesetzt. Die Stadt und die Anwohner stellten einige Projekte bei einem Landesbewohnertreffen der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen vor. Gäste aus ganz Hessen informierten sich etwa über eine offene Werkstatt und selbstgestaltete Ruheoasen.

Quelle: Patricia Graehling

Waldtal. Eine farbenfrohe Ruheoase im Grünen, eine Werkstatt, in der Bürger sich handwerklich erproben können, oder eine Buslinie, für die Anwohner sich stark eingesetzt haben: Im Waldtal gibt es viele Beispiele für eine aktive und erfolgreiche Bürgerbeteiligung. „Es war die Idee der Anwohner, im Keller eines Hauses der Gewo-Bau eine Werkstatt einzurichten“, erklärte Christina Hey, Geschäftsführerin des Arbeitskreises soziale Brennpunkte Marburg (AKSB), auf einem Spaziergang durch den Stadtteil.

Mittlerweile habe das Waldtal eine Holzwerkstatt und eine Pflanzwerkstatt, in denen allerlei Projekte der Bewohner umgesetzt werden, wie Hey ausführte. Dazu zählen etwa farbenfrohe Ruhebänke, die mitten im Grünen zum Sitzen, zum Treffen und Plaudern einladen. Gewünscht haben die Anwohner sich solche Treffpunkte - und sie auch selbst umgesetzt.

In einem Rundgang durch das Waldtal stellten Hey und andere engagierte Bewohner Gästen aus ganz Hessen verschiedene Projekte vor, an denen die Waldtaler sich beteiligt haben. Der Rundgang war Teil des Landesbewohnertreffens im Rahmen des Programms „soziale Stadt“. In dem Förderprogramm von Bund und Land sind derzeit das Waldtal und Ockershausen/Stadtwald - ebenso wie Stadtteile aus Fulda, Gießen oder Darmstadt. Die Vertreter der verschiedenen Stadtteile tauschen sich laut Jürgen Heufinger von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) soziale Brennpunkte bei den jährlichen Treffen über Projekte und Aktionen aus, um neue Ideen mit in ihre Stadtteile zu nehmen. In diesem Jahr stand das Motto „Bürgerbeteiligung konkret“ im Fokus. „Ich wünsche Ihnen hier einen interessanten Austausch, damit Sie sich gestärkt für Ihre Mitbürger und Ihren Stadtteil einsetzen können“, sagte er zur Begrüßung.

Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies begrüßte die rund 80 Teilnehmer in „einem der schönsten Stadtteile Marburgs“, der durch die Natur­nähe und die blühenden, gepflegten Gärten und Balkone besteche - aber auch dadurch, dass die Bewohner „ganz intensiv mitmachen in Fragen der Stadtteilgestaltung“. Bürgermeister Dr. Franz Kahle lobte­ die Förder­idee, mehr Geld in Stadtteile zu investieren, in denen es Schwierigkeiten gebe. „Aber die Städtebauförderung ist nicht genug. Man muss auch die Leute mitnehmen“, betonte er. Das funktioniere im Waldtal vorbildlich.

Die Stadt informierte die Gäste aber nicht nur über die eigenen Projekte. Alle Beteiligten kamen miteinander über Bürgerbeteiligung ins Gespräch - und lernten so auch die Stadtteilzentren von Darmstadt-Kranichstein oder die Gestaltung des Gießener Flussstraßenviertels Nordstadt kennen.

Der AKSB, der das Treffen in diesem Jahr mit der Stadt und der LAG ausgerichtet hat, feiert in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen. Das Jubiläum und auch das Landesbewohnertreffen hätte der AKSB laut Hey gerne schon im geplanten Nachbarschaftszentrum abgehalten, das über die „soziale Stadt“ gefördert werden soll. „Wir dachten, dass mit dem Förderprogramm das Paradies im Waldtal ausbricht und die Gelder fließen. Aber leider sind es längere Prozesse“, so Hey.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr