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Bewährung für drogensüchtigen Dieb

Aus dem Gericht Bewährung für drogensüchtigen Dieb

Wegen Diebstahls von ­Videospielen musste sich ein 25-jähriger Marburger vor Gericht verantworten.

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Das Gericht verhängte eine milde Strafe für einen 25-Jährigen, nachdem dieser beim Diebstahl erwischt worden war.

Marburg. Der Angeklagte hat eine erschreckende Drogenkarriere hinter sich: Haschisch mit 14, Partydrogen mit 18, Heroin mit 20. Vor allem das Opiat hatte im Folgenden sein Leben bestimmt, der Marburger verließ die Schule ohne Abschluss und führte keine Ausbildung zu Ende. Da die Hartz-IV-Bezüge nicht ausreichten, die teure Droge zu finanzieren, kam es ab 2012 immer wieder zu Straftaten.

Nach Vorverurteilungen wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein, war er diesmal wegen Diebstählen in den Jahren 2014 bis 2015 von Videospielen für die X-Box angeklagt, wobei er in einzelnen Fällen versucht hatte, Spiele im Wert von mehr als 600 Euro unter seinem Pullover zu verstecken. Aufgrund dieses dilettantischen Vorgehens und seines bedingt durch den Drogenkonsum auffälligen Verhaltens, war er meist von den Ladendetektiven ertappt worden.

Vor Gericht räumte der 25-Jährige sämtliche Diebstähle ein. Versuche, den Angeklagten durch verordnete Aufenthalte in Entziehungseinrichtungen vom Drogenkonsum abzubringen, waren stets gescheitert, manchmal schaffte er es kaum von ­einem Beratungsgebäude zum anderen, weil er zwischenzeitlich wieder zu Drogen griff.

Angeklagter will bei Onkel eine Ausbildung machen

Doch ein Mensch hatte ihn nie aufgegeben, sein Onkel, bei dem der Angeklagte seit mehr als einem Jahr lebt – „clean“. „Ich hätte nie gedacht, ihn einmal so klar und voller Zuversicht zu erleben, allein dass er jetzt seit über einem Jahr nichts mehr angefasst und die Entziehung erfolgreich abgeschlossen hat, überraschte mich wirklich“, sagte der Bewährungshelfer.

Auch die Zukunftsaussichten sind durchaus rosig. „Ich arbeite zurzeit bei meinem Onkel. Danach will ich bei ihm eine Ausbildung machen“, sagte der Angeklagte.

Aufgrund der positiven Prognose fasste die Staatsanwältin die Vorstrafen sowie die neue Strafe zu einem milden Gesamtpaket von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung zusammen, diesem Vorschlag schloss sich auch Richterin Katharina Blumentritt an. Aufgrund des Rückfallrisikos wurde die Bewährungsdauer auf vier Jahre angesetzt.

von Marcus Hergenhan

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