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Bettenhaus: Bausubstanz bröckelt

Geldspritze Bettenhaus: Bausubstanz bröckelt

Das studentische Wohnheim Bettenhaus ist stark sanierungsbedürftig. Die Stadt Marburg und die Philipps-Universität wollen die Sanierung finanziell unterstützen.

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Julia Flechtner zeigt auf die Wasserschäden(großes Foto) an der Decke eines der Zimmer im selbstverwalteten studentischen Wohnheim Bettenhaus. Teilweise gibt es massive Gebäudeschäden in dem seit 1985 als Wohnheim genutzten Landesgebäude (kleine Fotos). F

Marburg. Seit 1985 befindet sich in einem ehemaligen Gebäude der Marburger Uni-Klinik im Nordviertel ein selbstverwaltetes studentisches Wohnheim. In Anlehnung an die frühere Nutzung vor dem Umzug der Kliniken auf die Lahnberge heißt es Bettenhaus. Mittlerweile ist das Gebäude, in dem derzeit rund 60 Bewohner in elf Wohngemeinschaften wohnen, in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. „Es regnet durch die Decke. Das schädigt die Bausubstanz. Außerdem sind die Heizkosten sehr hoch, weil die Wärmedämmung sehr schlecht ist“, erläutert Julia Flechtner vom „Verein zur Förderung studentischen Wohnens“ das Problem. Geplant sind eine Sanierung des Dachs sowie von Fenstern und Türen, um die energetische Bilanz des Gebäudes deutlich zu verbessern.

Bei dem Sanierungsvorhaben soll der Trägerverein des Wohnheims unter anderem finanzielle Hilfe durch die Stadt Marburg und die Marburger Universität erhalten. Insgesamt würde eine Sanierung des gesamten Gebäudes rund zwei Millionen Euro kosten, erläutert der Marburger Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) der OP auf Anfrage. Diese Kostenschätzung hat Volker Dietz, der Architekt des Trägervereins jetzt vorgelegt.

Bürgermeister Kahle ist als damaliger Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses Gründungsmitglied des Bettenhaus-Wohnheims. Doch nicht nur wegen seiner persönlichen Verbindung hält er das Projekt für unterstützungswürdig. „Wir bemühen uns als Stadt Marburg, günstigen Wohnraum für Studierende zu erhalten“, sagte Kahle.Und deswegen hat auch die rot-grüne Stadtregierung dem Bettenhaus zwei Zuschüsse in Höhe von je 150000 Euro zugesagt, die einerseits als freiwilliger Zuschuss im städtischen Haushalt und andererseits als Sanierungsmittel für das Sanierungsgebiet Nordstadt verzeichnet sind.

Uni steuert 340000 Euro bei

Auch Uni-Baudezernent Dr. Eckhard Diehl will sich dafür einsetzen, dass eine Sanierung des Wohnheims erfolgt. „Es muss eine grundlegende energetische Sanierung erfolgen“, macht Diehl im Gespräch mit der OP deutlich. Die Uni könne aus Mitteln der Bauunterhaltung 340000 Euro beisteuern. Zudem wolle er sich gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt und des Landes Hessen dafür einsetzen, dass eine wirtschaftliche Lösung für die Sanierung gefunden wird.

Neben den Zuschüssen durch Uni und Stadt soll die Finanzierung des Sanierungsvorhabens vor allem durch zinsgünstige Kredite der KfW-Bankengruppe oder der Wirtschafts- und Infrasturkturbank erleichtert werden. Gespräche mit Bankenvertretern sollen Anfang August geführt werden. Noch gibt es aber eine Finanzierungslücke von rund 400000 Euro.

Bewohner-Vertreterin Julia Flechtner freut sich über die Unterstützung für das Sanierungsprojekt durch Stadt und Universität und über die gute Zusammenarbeit mit dem nunmehr beauftragten Architekturbüro. Sie hofft, dass die Sanierung im Spätherbst starten kann.

Allerdings will sie auch das Land Hessen noch stärker in das Projekt einbinden, „Das Land ist mitverantwortlich dafür, dass das Haus in so einem schlechten Zustand ist“, meint Flechtner. „Wir hätten uns mehr Unterstützung vom Land gewünscht“. Landesmittel für die Sanierung von Studentenwohnheimen stehen nicht zur Verfügung. Das Land prüft derzeit noch, ob es eine Landesbürgschaft für das Sanierungsvorhaben geben werde. Das sagte gestern auf Anfrage der OP Dr. Ulrich Adolphs, Sprecher des hessischen Wissenschaftsministeriums. Noch befindet sich das Bettenhaus im Landesbesitz. Doch auch das könnte sich ändern, denn das Land stellt in Aussicht, dem Bettenhausverein das Grundstück für 99 Jahre im unentgeltlichen Erbbaurecht zur Verfügung zu stelle.

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