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Betreuung in letzten Lebensstunden

Kooperation Malteser und Uniklinik Betreuung in letzten Lebensstunden

„Palliativpatienten sollen sich nicht nur mit dem Tod auseinandersetzen müssen“, sagt Nicole Ofer, ­Leiterin des ambulanten Hospiz- und Palliativ-­Begleitdienstes der ­Malteser in Marburg.

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Vertreter der Palliativstation des Uniklinikums und der Malteser gemeinsam mit ehrenamtlichen Hospizbegleitern.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Es geht darum, der Zeit, die bleibt, die Würde zu geben und etwas Schönes zu machen“, ergänzt Ofer.

Dazu bilden die Malteser ­ehrenamtliche Hospizbegleiter aus, die künftig auch regelmäßig in der Palliativstation des Universitätsklinikums in Marburg eingesetzt werden sollen. Dazu hat das Klinikum mit dem Pflegedienst einen Kooperationsvertrag geschlossen, der den Einsatz der Ehrenamtlichen regelt.

Neben der medizinischen Versorgung sei es oft schwer, auch die emotionale zu gewährleisten, sagt Pflegedirektor Michael Reinecke. „Die Kollegen gehen häufig mit einem schlechten Gefühl, weil sie denken, eigentlich müssten sie sich jetzt noch eine Stunde daneben setzen.“ Dafür gebe es jedoch keine Kapazitäten.

„Wir sind für Patienten das medizinische Personal“, ergänzte Dr. Andrea Kussin, die sich mit Dr. Jorge Riera-Knorrenschild die ärztliche Leitung der Palliativstation teilt. „Patienten trauen sich oft gar nicht, mit uns über Persönliches zu sprechen.“ Mit den Ehrenamtlichen jedoch ginge es nicht immer nur um Medizin und das Sterben, sondern sie könnten auch über Alltägliches sprechen.

Freizeit schenken, um etwas Sinnvolles zu tun

„Es kommt wieder ein Stück Normalität ins Leben“, erklärte Wilfried Wanjek, Fachreferent Hospizdienste der Diözese Fulda. Eine Ehrenamtliche sagte: „Ich finde den Gedanken furchtbar, dass Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens alleine sind.“ Daher wolle sie Freizeit schenken, um etwas Sinnvolles zu tun.

Diözesangeschäftsführer Thomas Peffermann ergänzte, andere erzählten auch, dass sie von den Patienten viel zurückbekämen. „Das macht die Sache beiderseitig zu einer erfüllten Zeit.“

„Die Ausbildung erstreckt sich über fast ein Jahr“, berichtete Nicole Ofer, Leiterin des Hospizdienstes in Marburg. Zu theoretischen Einheiten gehöre die Begleitung von erfahrenen Hospizbegleitern und eine regelmäßige Supervision. „Die Ehrenamtlichen sehen und hören viel, das muss verarbeitet werden.“

Die Ehrenamtlichen werden neben dem Universitätsklinikum auch im häuslichen Umfeld und in Seniorenpflegeheimen zum Einsatz kommen. Auch über den stationären Aufenthalt hinaus kann der Kontakt zu Patienten halten. Zu den Aufgaben gehören kleine Tätigkeiten am Pflegebett, wie die Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten oder dem Anreichen von Essen.

„Wir schauen, wie wir den Patienten ein Lächeln ins Gesicht zaubern können“, sagt Ofer. Die Ehrenamtlichen machen mit ihnen kleinere Spaziergänge, trinken gemeinsam Kaffee oder halten einfach nur die Hand, berichtet sie.

von Freya Altmüller

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