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Betreuung, für die es kein Vorbild gibt

Flüchtlinge Betreuung, für die es kein Vorbild gibt

500 Menschen kamen am Mittwoch ins Bürgerhaus Cappel, um sich informieren und dann einteilen zu lassen: Sie alle wollen ehrenamtlich helfen, dass die Flüchtlinge im Zeltlager sich in Marburg wohlfühlen.

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Freiwillige wie hier Nelli Torosjan unterstützen das Deutsche Rote Kreuz bei der Kleiderausgabe, auch an diese Flüchtlinge aus Syrien.

Quelle: Nadine Weigel

Cappel. Rein rechnerisch kommt auf einen Flüchtling, der vorübergehend im Zeltlager an der Umgehungsstraße untergebracht ist, ein Helfer – für Tätigkeiten, die den Flüchtlingen den Aufenthalt in Marburg erleichtern und ihnen signalisieren sollen, dass sie hier willkommen sind.

In weniger als zwei Wochen haben die städtische Flüchtlingskoordinatorin Gudrun Fleck-Delnavaz und ihre Mitarbeiterinnen ein Betreuungsprogramm organisiert, zu dem Mithilfe von Ehrenamtlichen nicht nur erwünscht ist, sondern auch passt: Kinderbetreuung etwa für die Kinder aus dem Zeltlager – „mit oder ohne Mütter“, die sich zudem in der Anlaufstelle Im Rudert 2 auch zu einem Tee im Begegnungsraum zurückziehen können oder per Skype von einem bereitgestellten PC aus Kontakt mit der Heimat aufnehmen können.

Helfer wissen nicht, was sie noch erwartet

Oder ein Alltagstraining, das von der Praxis GmbH geleitet wird, unter dem Motto „das unbekannte Land Deutschland näherbringen“ – mit Gesten, Bildern und Worten. Um ganz einfache Deutschkenntnisse – Sätze, die man als Deutscher in seinem Urlaubsland andersherum auch gerne kann, um ein Mindestmaß an Kommunikation zu ermöglichen – zu vermitteln, muss man kein Lehrer sein. Allerdings erfordern andere Tätigkeiten schon die ein oder andere Bestätigung – ein polizeiliches Führungszeugnis etwa für die Kinderbetreuung.

Die meisten Flüchtlinge sind nur wenige Tage in Marburg – und für diese Form der Betreuung gibt es nirgendwo Vor­bilder. Fleck-Delnavaz und die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen wissen also nicht, was auf sie zukommt. Die Flüchtlingskoordinatorin behielt am Mittwoch trotzdem die Ruhe: „Wir müssen einfach sehen, was auf uns zukommt.“





 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


An weiteren Ideen mangelt es nicht: Aus den Reihen der Helferinnen und Helfer wurden etwa eine abendliche Veranstaltung oder ein ökumenischer Gottesdienst in englischer Sprache vorgeschlagen. Zunächst geht es aber darum, zu schauen, ob die vorbereiteten Angebote funktionieren.

Zumindest hatten sich bei einem von Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers („So etwas wie heute habe ich in den 41 Jahren, in denen das Bürgerhaus steht, noch nicht erlebt“) erstellten Meinungsbild für alle Aufgabenbereiche ausreichend Freiwillige gefunden.

von Till Conrad

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