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Tourismus

Besucher-Boom in Marburg

Marburg wird als Ziel für Städtereisen immer beliebter. Zum dritten Mal hintereinander kletterten die Touristenzahlen in der Universitätsstadt hinauf.
Vor allem die malerische Oberstadt mit ihren pittoresken Fachwerkhäusern ist bei Touristen beliebt.

Vor allem die malerische Oberstadt mit ihren pittoresken Fachwerkhäusern ist bei Touristen beliebt.

© Nadine Weigel

Marburg. Die Touristenzahlen bewegen sich seit drei Jahren auf „Rekordhöhe“. So drücken es Oberbürgermeister Egon Vaupel und Klaus Hövel, Geschäftsführer der Marburg Tourismus und Marketing GmbH (MTM), aus. Jetzt liegen die Zahlen für das vergangene Jahr vor: 163638 Besucher – so viele wie nie zuvor - buchten ihr Quartier in Unterkunftsbetrieben ab einer Größe von zehn Gästebetten. 361273 Übernachtungen wurden 2013 gezählt.

Historische Sehenswürdigkeiten locken an

Die meisten Touristen blieben nur kurz, manche übernachteten nur einen Tag. Nach der Statistik blieben Besucher im Schnitt 2,2 Tage in Marburg. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies mehr als 20000 Übernachtungen mehr. Das entspricht einer Steigerung von 6,6 Prozent. Hövel geht davon aus, dass die tatsächliche Besucherzahl viel höher ist. Denn in der Zählung des hessischen Landesamts für Statistik sind nicht die kleinen Pensionen oder Hotels berücksichtigt. Die Sofagäste in Privathäusern ohnehin nicht. Dennoch sind Hövel und Vaupel mit der offiziellen Statistik sehr zufrieden. „Diese Zahlen verdeutlichen, wie attraktiv unsere Stadt in den vergangenen Jahren geworden ist“, sagt Vaupel. „So hat sich die Aufenthaltsqualität in der Stadt für unsere Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahren spürbar verbessert. Das merken auch unsere Gäste, und die erzählen es weiter“, erklärt er.

Zum Erfolgsfaktor Aufenthaltsqualität kommen für Tourismuschef Klaus Hövel weitere hinzu: die vielen kulturellen und bedeutsamen historischen Sehenswürdigkeiten, die vielfältigen Veranstaltungen „und vor allem das einzigartige Flair“. Was versprochen werde, könne vor Ort eingelöst werden. Hövel weiter: „Wer den Brüdern Grimm nachspüren möchte, kann das in Marburg tun. Wer vom Brüder Grimm-Haus die Wendelgasse emporsteigt, bekommt ein Gefühl für den Weg, den die beiden berühmten Bürger Marburgs vor 200 Jahren nahmen, um ihren Professor Savigny oberhalb der Lutherischen Pfarrkirche zu besuchen.“

Auch für dieses Jahr erwartet die Stadt mehr Besucher, besonders in den Monaten Mai, Juni und September. Ende Januar gab es im Vergleich zum Vorjahr mehr Reservierungen. Marburg verfüge immer noch über weniger als 2000 Hotelbetten. „Wir brauchen mehr Übernachtungsmöglichkeiten im Niedrigpreis-Bereich, also in der Zwei-Sterne-Kategorie“, fordert Hövel. Wenn große Uni-Tagungen in Marburg stattfinden, seien die Betten für „normale“ Touristen belegt.

Gute Kooperation zwischen Tourismus und Einzelhandel

Bei vielen Reisen spiele Einkaufen als Freizeitaktivität eine große reisemotivierende Rolle, sagt Hövel. So profitiere der Einzelhandel vom Frequenzbringer und Wirtschaftsfaktor Tourismus.

In dieser Wechselbeziehung zwischen Tourismus und Einzelhandel sieht Hövel einen weiteren entscheidenden Vorteil Marburgs: „Der Einzelhandel erfüllt in Marburg, besonders in der Oberstadt und in Weidenhausen, gleichzeitig eine Versorgungs- und Erlebnisfunktion und ist Imageträger und Frequenzbringer gleichermaßen“. Veranstaltungen wie „Marburg b(u)y Night“ zeigten, wie erfolgreich die Kooperation zwischen Tourismus, Stadtmarketing und Einzelhandel funktioniert. Für den Oberbürgermeister soll das Prinzip der eng vernetzten und erfolgreichen Zusammenarbeit auf allen städtischen Ebenen konsequent fortgeführt werden. „Wenn wir im Stadtmarketing, in der Stadtentwicklung, im Tourismus- und Kulturbereich unsere Chancen nutzen und weiterhin die richtigen wegweisenden Entscheidungen treffen, werden wir auch weiterhin Erfolg haben."

von Anna Ntemiris


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