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Bessere Mobilität, weniger Verkehrsbelastung

Kooperationsprojekt Bessere Mobilität, weniger Verkehrsbelastung

„Mobilität auf dem Lande macht nicht an den Landesgrenzen halt“, sagte Landrätin Kirsten Fründt bei der Präsentation der Ergebnisse eines Kooperationsprojektes zwischen sechs „Leader“-Regionen im Kreissitzungssaal.

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Alexander Sust von „Sustain!“ hat die fachliche Begleitung des Kooperationsprojektes übernommen.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Leader“ ist ein EU-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Zum Thema „Mobilität auf dem Lande“ hatten die Regionalmanager von Lahn-Dill-Wetzlar im Süden, Lahn-Dill-Bergland, Marburger Land, Burgwald-Ederbergland, Kellerwald-Edersee bis Diemelsee-Nordwaldeck im Norden für sechs Monate zusammengearbeitet. Fachlich begleitet wurden sie durch ein vierköpfiges Projektteam, an der Erarbeitung von Empfehlungen waren auch die öffentlichen Verkehrsgesellschaften sowie die Klimaschutzmanager und die Wirtschaftsförderung der Landkreise beteiligt. „Wir haben zwei Ziele verfolgt: zum einen die Verbesserung der Mobilität, zum anderen die Verringerung der Verkehrsbelastung“, erklärt Alexander Sust vom Büro „Sustain!“ aus Fulda.

Die Entwicklungsgruppe habe versucht, herauszufinden, welche neuen Verkehrsangebote notwendig sind, wenn Busse und Anrufsammeltaxis nicht ausreichen, Familie und Freunde nicht helfen können und auch die Nachbarschaftshilfe
nicht greift. Konkret gehe es dabei um Menschen, die sozial isoliert lebten, unterhalb des Grundeinkommens oder körperlich eingeschränkt sind.

„Mobil-Punkte“ als gemeinsame Anlaufstelle

Teilweise gehören auch Kinder und Jugendliche sowie Zugewanderte dazu, die keine Fahrerlaubnis haben. „Da brauchen wir Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich einzuspringen“, hob Sust hervor. Geeignet seien dazu, angelehnt an die Zielgruppen-Typologie der Sinus-Milieus, Menschen mit konservativer Orientierung. Nur sie seien bereit, Bürgerbusse oder Fahrdienste verlässlich anzubieten.

Um die Verkehrsbelastung zu verringern, erarbeitete die Entwicklungsgruppe einen Vorschlag, der es erleichtern soll, mehrere Verkehrsmittel zu nutzen. Dazu sollen an Verkehrs-Hauptachsen, an sogenannten Knotenpunkten, wie Bahnhöfen und Bushaltestellen „Mobil-Punkte“ eingerichtet werden.

Die Idee: Wer beispielsweise eine Mitfahrgelegenheit nutzen möchte, wird vielleicht ungern vor der Haustüre abgeholt, sondern lieber an einem neutralen Ort. Mit dem Fahrrad kann er zum Treffpunkt fahren, denn es gibt genug sichere Abstellmöglichkeiten. Kommt es zu Wartezeiten, versorgt er sich bei der dort angesiedelten Gastronomie. Auch ein Fahrradverleih, eine Reparaturwerkstatt sowie ein touristischer Info-Point sind denkbar, ebenso wie eine Station für Car-Sharing-Autos.

Landkreis und Nahverkehr als Träger des Systems

Das Mitfahrsystem sowie die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel richtet sich an Menschen, die Lust haben, Neues auszuprobieren, pragmatisch denken und die mitmachen, wenn das System funktioniert.

Ein Mitfahrsystem brauche einen starken Träger wie den Landkreis oder den öffentlichen Personennahverkehr. Mit diesem soll das Angebot verknüpft werden, um keine unnötige Konkurrenz darzustellen. „Auch ganze Belegschaften von Firmen könnten sich so gemeinsam organisieren“, so Alexander Sust.

Für das Stadt-Umland sei privates Carsharing mit Bürgergruppen aus dem sozial-ökologischen Milieu die passende Lösung. Beispiel sei die Initiative „Gemeinsam unterwegs – Verein zur nachhaltigen Entwicklung Schönstadt“, die Elektroautos und -fahrräder zum Teilen angeschafft habe.

von Freya Altmüller

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