Der landschaftlich schöne Stadtwald: Dort sind die Gemüter erregt.
Marburg. Die Meinungen unter Anwohnern im Stadtteil Stadtwald gehen auseinander, nachdem bekannt wurde, dass zwei ehemalige Gewaltverbrecher, die aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurden, dort untergebracht wurden. Einer von ihnen ist ein mehrfacher Sexualstraftäter.
Seit Dienstag lebt auch ein dritter Freigelassener in Marburg, allerdings nicht am Stadtwald (diese Zeitung berichtete). Die einen betonen das Recht auf Resozialisierung und das Grundrecht der Freizügigkeit, die anderen erklären, dass sie Angst haben.
Ein Anwohner (der Name ist der OP bekannt) berichtete, dass er sich im Stadtwald sicher und wohl fühle, es aber ungerecht findet, dass der Steuerzahler für die Polizeiüberwachung aufkommen müsse. Auf der OP-Homepage berichtete ein Leser, dass Protestaktionen von Anwohnern im Stadtwald stattgefunden hätten, allerdings hätte das Ordnungsamt diese untersagt.
Das könne so nicht stimmen, sagte gestern Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). „Wenn es Protestaktionen gegeben hätte, hätte ich davon erfahren. Ich hätte diese nicht verboten, sondern wäre hingegangen, um mit den Leuten zu reden“, sagte er. Er habe allerdings Hinweise und Mitteilungen von Bewohnern, mehreren Müttern und von Organisationen bekommen und festgestellt, dass es einen Aufklärungs- und Informationsbedarf gebe.
von Anna Ntemiris
Mehr zu diesem Thema finden Sie in der gedruckten OP vom 23.07.2010.
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Kommentare
... man bedenke... ?? Gast – 30.07.10
Sie sagen es, Sie sollten einfach mal anfangen zu denken! Sie sollten sich zum Beispiel fragen, in was für einem Staat wir leben würden, wenn Sie wirklich jeden wegsperren könnten, bei dem der Verdacht besteht, er könne straffällig werden!...
Gott sei Dank, Sie können das nicht!!
Man bedenke... Gast – 26.07.10
... das man sowieso nicht immer weiß, welche Nachbarn vorbestraft sind und welche nicht. Ich wohne im Stadtwald und ich bin mir ziemlich sicher das hier, genau wie in allen anderen Stadtteilen Marburgs oder sonstwo genügend Menschen mit einer Vorstrafe leben. Nur das man es von diesen Menschen nicht weiß, weil es keine spektakulären Urteile oder Presseartikel gab. Ich zweifle nicht an der Stadt sondern viel mehr am Rechtssystem, das zulässt das Menschen die nachhwievor als gefährlich eingestuft werden, auf freiem Fuss sindHallooo??? Marcus – 25.07.10
Was heißt denn hier "warum eigentlich Marburg"?????Glauben den alle Marburg ist die einzige Stadt in Deutschland in der Ex - Häftlinge wohnen???
Verbrecher in den Knast Sebastian – 24.07.10
Diese Verbrecher gehören hinter "Schloss und Riegel". Sicherheitsverwahrung gibt es nicht ohne Grund. În Frankreich sind Bürgerproteste (Streitkultur) wenigstens intensiver, nicht wie im mutlosen Deutschland.sexualstraftäter Maria – 23.07.10
Es kann ja sein das man nach abgesessener strafe frei ist, aber es sehr oft diese sind die es wieder tun, sogenannte wiederholungstäter,ich habe ein ungutes gefühl dabei meine tochter abends allein raus zu lassen,ich finde es nicht richtig!!!
Straftäter in Marburg Nicolas Becker – 23.07.10
Ich finde, man kann sich die Diskussion über das ob mittlerweile sparen, weil das Justizministerium ja schon signalisiert hat, die geroffene Entscheidung nicht zu revidieren. Vielmehr sollte jetzt konstruktiv über den Schutz der betroffenen Bevölkerung nachgedacht werden. Ich selbst habe eine 9-Jährige Tochter und mache mir Sorgen. Aber jetzt in Panik zu verfallen, hilft niemandem. Insofern vertraue ich darauf, dass die Verwaltung, die Justiz und die Polizei die richtigen Entscheidungen treffen.Recht und Volksmeinung Stefan – 23.07.10
Das Sankt-Floriansprinzip kommt hier mal wieder zur vollen Anwendung. Warum Marburg? Weil Marburg wie jede andere Stadt seinen Teil zur Gesamtgesellschaft beizutragen hat, dazu gehört auch die Aufnahme von ehemaligen Straftätern. Das Vorleben geht die Nachbarn im übrigen einen feuchten Kehrricht an...Herr Vaupel, tun sie etwas!!! Dr. Frank Meier – 23.07.10
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,bitte tun sie etwas gegen die 3 Gewaltverbrecher, welche nun in MR wohnen. Besonders gegen die beiden Sexualstraftäter, wovon einer in der Kernstadt wohnt. Die Freundin meiner Tochter wurde vor einigen Jahren Opfer eines sexuellen Übergriffes. Dieser fand nicht in Marburg statt, jedoch ist sie danach mit ihrer Familie hergezogen, um ein neues Leben anzufangen. Dieses Mädchen, welches ebenfalls in der Kernstadt wohnt, hat jetzt Angst, abends alleine vor die Tür zu gehen. Die Angst war, trotz Therapie, zwar schon seit dem Vorfall da, jedoch seit gestern in der Hessenschau davon berichtet wurde, ist die Sorge umso grösser.
Warum eigentlich Marburg und nicht Frankfurt oder Wiesbaden???
Proteste Charly – 22.07.10
Fehlt gerade noch, dass der Volkszorn sich entlädt - und dass im ach so problembewusst-liberalen MR. Wann werden die ersten Menschen wieder mit Schild durch die Straßen getrieben? Noch immer nicht verstanden? Wer eine Strafe abgebüßt hat ist frei!